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This Means War

Donnerstag, 13. Februar 2020 um 10:33

Von Bernd Niquet

Die ganze Woche über habe ich gegrübelt, ob ich in meiner Kolumne erneut über Parallelitäten der Gegenwart zu den 20er, 30er und 40er Jahren schreiben soll?

Soll ich darüber schreiben, wen Bodo Ramelow wohl mit den KZ-Überlebenden von Buchenwald meint, diejenigen der Nazis oder diejenigen der Gründer seiner Partei, der SED, die das Lager noch bis 1950 weitergeführt und dort systemkritische Menschen gefoltert und verhungern gelassen haben?

Soll ich darüber schreiben, dass der Faschismus sich ursprünglich eigentlich auf linke und sogar anarchistische italienische Arbeiterbewegungen bezog, und die SPD daher in ihrem selbstzitierten Kampf gegen den Faschismus entweder sich selbst bekämpft oder den Faschismus bereits länger bekämpft hat, als er überhaupt existiert?

Als ich das immer noch überlege, gehe ich in den Biomarkt. Ich hasse den Biomarkt, doch bei Rewe war mein Vollkornbrot ausverkauft. Was bedeutet der Name eigentlich, frage ich die Verkäuferin, als sie mir das Essener Brot einpackt, das sie jedoch Esséner ausspricht.

Sie meint, sie wisse es nicht genau, aber die Esséner seien in früher Zeit wohl ein Volk gewesen…. Volk?, unterbreche ich sie und sage: So etwas dürfen sie doch heute nicht mehr sagen! Denn dann schicken die linksgrünen Blockparteien schnell ihre Antifa-Rollkommandos und dann ist es aus mit dem Bioladen hier.

Ich merke sofort, dass sie das nicht besonders lustig findet. Und auch die Grünteetrinkerinnen, die neben mir stehen, machen kein wirklich erbauliches Gesicht.

Als ich schließlich mit dem Rad nach Hause fahre, finde ich das ehrlich gesagt auch nicht mehr lustig. Nein, denke ich, so etwas mache ich nicht noch einmal. Heute machen selbst die Witze traurig, deshalb lasse ich das lieber sein.

Glücklicherweise begegnet mir in diesem Moment der Briefträger und gibt mir den Umschlag mit der CD, die ich mir auf Empfehlung meines Musikfreundes Uwe bestellt habe. The Beloved, das erste Album von 1987, jetzt wiedererschienen.

Zu Hause höre ich sofort hinein. Ich kannte diese Band gar nicht und bin überwältigt, was es tatsächlich immer noch für Schätze zu entdecken gibt. Beim vierten Lied bleibe ich hängen, es ist schlicht wunderbar. Und heißt: This Means War.

Ich habe keine Ahnung von dem Text, ich verstehe ihn nicht, trotzdem ist mir von einer Sekunde auf die andere plötzlich alles klar.

Natürlich, wir haben derzeit Krieg. Da draußen in den Medien tobt ein Krieg. In der Politik ist Krieg, in der Zeitung, im Fernsehen, sie alle kämpfen, wie sich das für einen ordentlichen Krieg gehört, in einheitlicher Gesinnung gegen einen gemeinsamen Feind. Das ist übel, doch es ist weder meine Schuld noch mein Ding.

Dieser Krieg ist allerdings ein besonderer Krieg, denn im Vergleich zu den Kriegen, die unsere Eltern und Großeltern durchmachen mussten, ist es ein Krieg, zu dem keiner hingehen muss. Stell dir vor.

In diesem Moment wird mir das zum ersten Mal wirklich klar. Das macht mich glücklich. Es ist Krieg, doch ich muss nicht mitmachen. Und plötzlich bin ich frei. Juchhu, ich bin frei!

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. FÜNFTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2019, 624 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

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Bernd Niquet und die Flüchtlingskrise. Die Geschichte von Bernd Niquet ist mittlerweile in den Jahren 2015 und 2016 angekommen. Das ist die Zeit des massenhaften und ungehinderten Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland. Die Hauptfigur der Ereignisse muss jetzt nicht mehr wie vorher nur die Lasten seines eigenen Lebens und seiner familiären Verhältnisse schultern, sondern sieht sich darüber hinaus gezwungen, aus sich selbst herauszutreten und sich ganz grundsätzliche weiterführende Gedanken zu machen.

»Immer, wenn die große Mittelmacht auf dem europäischen Kontinent verrückt spielt, resultieren daraus immense Verwerfungen. Wird der wirtschaftlichen Nord-Süd-Teilung zur Eurorettung jetzt auch noch eine kulturelle Ost-West-Spaltung zur Flüchtlingsrettung hinzugefügt? Denn das hieße ja nichts anderes als die bildliche Kreuzigung unseres Kontinents.«

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt trotz seines Umzugs im vergangenen Jahr weiterhin im selben ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die ersten vier Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen, und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2018.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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