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Crashgurus liegen falsch

Donnerstag, 26. Mrz 2020 um 11:40

Von Bernd Niquet

Es gibt sie ja schon seit biblischen Zeiten, die Leute, die den Absturz und den Untergang vorherzusehen glauben. Jetzt nun sind die Aktien in einem Maße abgestürzt wie selten zuvor in der Geschichte.

Doch ich behaupte, die Crashgurus befinden sich im größten denkmöglichen Irrtum, dieses Ereignis jetzt für sich zu reklamieren. Es ist vielmehr genau umgekehrt, denn selten hat jemand mehr schief gelegen als diese Leute.

Der Grund hierfür liegt darin, dass allen Crashprognosen gemein war, einen Zusammenbruch aus dem Finanzsystem heraus aufgrund einer zu hohen Verschuldung behauptet gehabt zu haben.

Die jetzige Krise ist jedoch keine endogene Krise, sie ist nicht wie behauptet aus dem Finanzsystem heraus entstanden, sondern es ist eine exogene Krise. Das Finanzsystem ist von einem exogenen Schock getroffen worden.

Es ist zwar noch nicht aller Tage Abend, doch es sieht derzeit nicht so aus, also ob auf absehbare Zeit der prognostizierte Schuldenzusammenbruch stattfinden sollte. Ganz im Gegenteil zeigt das Finanzsystem eine bemerkenswerte Stabilität. Wobei natürlich die Zentralbanken das Ihrige dazu getan haben.

Das muss man sich einmal vorstellen: Da wird jemand, dem eine schlechte Gesundheit attestiert und Zusammenbruch vorhergesagt wird, mit hundert Stundenkilometern voll in die Seite getroffen, doch er fällt nicht. Er wankt, bleibt aber stehen.

Für die kommenden Zeit ist es daher wichtig, sich den Unterschied von endogenen und exogenen Krisen genau klar zu machen. Eine endogene Krise ist vielleicht mit einem Kind vergleichbar, das krank wird, sich schlecht fühlt, ins Bett muss, über lange Zeit eine Krankheit ausbrütet und schließlich überwindet. Und anschließend geschwächt das erste Mal wieder aufsteht und lange braucht, bis es wieder richtig auf dem Damm ist.

Die jetzige Krise ist hingegen der klassische Stubenarrest. Das Kind ist nicht krank, muss jedoch eine Weile zu Hause bleiben. Und wenn diese Zeit dann vorbei ist, geht es von der ersten Sekunde an mit noch mehr Dampf voran als vorher.

Ich denke zwar nicht, dass die Börsenkrise jetzt bereits überwunden ist, es muss schlichtweg die Höhe der wirtschaftlichen Verluste immer wieder neu kalkuliert werden. Doch danach geht es schnell wieder aufwärts, da bin ich mir sicher.

Angst würde ich erst dann haben, wenn es einen Crash der Staatsanleihen gibt. Oder wenn mitten in einer Krise die Aktienkurse auf neue Highs explodieren. Denn dann würde es wirklich finanziell ums Überleben gehen.

Vieles von dem, was ich jetzt so alles lese, verblüfft mich mächtig. Da habe ich oft den Eindruck, als ob Jens Spahn und ich die einzigen Vollidioten in unserem Land gewesen sind, die die Krise in diesem Ausmaß nicht haben kommen sehen. Allen anderen war das hingegen wohl klar.

Wobei ich mich frage, warum sie dann nicht Aktien-Puts, sondern Klopapier gekauft haben? Aber das sind ja letztlich nur zwei Aspekte ein und derselben analen Persönlichkeit, die unsere gesamte Bevölkerung durchzieht.

Auch die These der Kanzlerin, das jetzt wäre die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, ohlala. Aber sie hat natürlich Recht. Denn bei der Berlin-Blockade hat es ja Rosinen geregnet, die sowjetische Okkupation Osteuropas war letztlich ein Friedensfest und dass bei den Grippeepidemien der Vergangenheit oft weit mehr Menschen gestorben sind als bei dem Virus jetzt, das zählt nicht, weil diese Menschen ja im Verborgenen gestorben sind.

Und die allergrößte Krise, da hat die Kanzlerin erneut Recht, ist uns ja glücklicherweise erspart geblieben. Ich widme diese Kolumne daher den beiden aus meiner Sicht größten Helden der Menschheitsgeschichte, Wassili Archipow und Stanislaw Petrow aus Russland, die mit mutigen Handlungen, wachem Verstand, großer Verantwortung und mit Befehlsverweigerung in den Jahren 1962 und 1983 den Atomkrieg verhindert haben.

Lassen Sie uns daher an dieser Stellen den beiden Helden gedenken. Denn dann werden unsere Sorgen plötzlich ganz klein.

Und wenn Sie Ihre Quarantänezeit produktiv nutzen wollen, schauen Sie sich die beiden Filme dazu an:
https://www.youtube.com/watch?v=mfq-T5KTw-E
https://www.youtube.com/watch?v=5Uidc27Ff4M

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. FÜNFTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2019, 624 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

oder bei Amazon


 

Bernd Niquet und die Flüchtlingskrise. Die Geschichte von Bernd Niquet ist mittlerweile in den Jahren 2015 und 2016 angekommen. Das ist die Zeit des massenhaften und ungehinderten Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland. Die Hauptfigur der Ereignisse muss jetzt nicht mehr wie vorher nur die Lasten seines eigenen Lebens und seiner familiären Verhältnisse schultern, sondern sieht sich darüber hinaus gezwungen, aus sich selbst herauszutreten und sich ganz grundsätzliche weiterführende Gedanken zu machen.

»Immer, wenn die große Mittelmacht auf dem europäischen Kontinent verrückt spielt, resultieren daraus immense Verwerfungen. Wird der wirtschaftlichen Nord-Süd-Teilung zur Eurorettung jetzt auch noch eine kulturelle Ost-West-Spaltung zur Flüchtlingsrettung hinzugefügt? Denn das hieße ja nichts anderes als die bildliche Kreuzigung unseres Kontinents.«

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt trotz seines Umzugs im vergangenen Jahr weiterhin im selben ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die ersten vier Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen, und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2018.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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