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Werte zählen nichts mehr

Donnerstag, 28. Mai 2020 um 08:44

Von Bernd Niquet

Dass das mit der EZB seit einiger Zeit ein großer Schmu ist, das weiß ja heute eigentlich jeder. Was mich jedoch extrem überrascht und sogar erschrocken hat, ist die Erkenntnis, dass die dort zugrundeliegenden Prinzipien mittlerweile nicht nur bereits unseren Aktienmarkt vereinnahmt haben, sondern im Grunde genommen unsere gesamte Gesellschaft.

(1) Fangen wir mit der Notenbank, mit der EZB an. Was stand früher auf der Aktivseite der Notenbank, der Deutschen Bundesbank? Gold und werthaltige, einklagbare Forderungen gegen solvente Wirtschaftsunternehmen. Damit war unser Geld gedeckt. Das waren die Gegenwerte des umlaufenden Geldes.

Und was steht heute auf der Aktivseite der Notenbank, der EZB? In der Hauptsache vage Zahlungsversprechen von potentiellen Steuerzahlern in der Zukunft. Wodurch ist damit heute unser Geld gedeckt? Genau, durch die Zahlungen von uns selbst. Wir selbst sind heute die Deckung unseres Geldes. Wir sind uns unser eigenes Geld selbst schuldig.

So richtig werthaltig ist das jedoch nicht, finde ich.

(2) Erstaunt und erschrocken habe ich daher auch registriert, dass in der augenblicklichen Finanzkrise an der Börse Werte genauso wenig zählen wie bei der Notenbank. Früher einmal lag erfolgreiche Börsenspekulation darin, die Aktivseite von Aktiengesellschaften zu untersuchen, ob sich hier versteckte Werte finden, die in den Kursen noch nicht enthalten sind.

Heute spielt die Aktivseite von Unternehmensbilanzen hingegen kaum noch eine Rolle bei der Kursfindung, was sich am besten daran zeigt, dass Männer der alten Schule wie Warren Buffett derzeit an ihre Grenzen stoßen.

Heute wird das Momentum gekauft, das Versprechen der Fortsetzung eines Trends und das einer glorreichen Zukunft. Werte interessieren da überhaupt nicht.

(3) Und jetzt werfen wir einmal einen Blick auf die gesamte Gesellschaft. Ist es da nicht genauso? Finden sich hier nicht haargenau die selben Trends? Zählen hier denn überhaupt noch Werte?

Was ist beispielsweise mit dem Wert, in einer Ehe zusammenzubleiben und Kindern ein Heim und damit Sicherheit zu bieten? Ach nein, heute trennt man sich lieber wieder, begibt sich wie ein Goldschürfer erneut auf Glückssuche und die Kinder werden ohnehin in die Kita und die Ganztagsschule abgeschoben. Und wenn dieses System dann einmal nicht funktioniert wie im Moment, gibt es eine Krise sui generis, in der sogar öffentlich um das Schicksal einer ganzen Generation von jungen Menschen gebangt wird.

(4) Und zu guter Letzt noch die Politik. Hier treten jeden Tag neue Akteure in Funk, Fernsehen und der Presse auf, die neue Ideen entwickeln, was man jetzt alles noch fördern könnte. Wunderbar. Geld zu verteilen ist etwas Wunderbares. Doch hat überhaupt jemals einer in der letzten Zeit darüber geredet, wie die Werte überhaupt entstehen, wie man jetzt verteilt?

Doch halt, Moment, jetzt bin ich natürlich in meine eigene Falle getappt. Denn wenn Geld nicht mehr werthaltig ist, was verteilt die Politik denn da jetzt an die Bürger?

Es sind Wechsel auf die Zukunft, die von denen, die sie heute erhalten, morgen selbst bezahlt werden müssen. Und das einzig Gute daran ist, dass heute neben den Werten auch kaum jemand mehr weiß, was ein Wechsel ist. Denn sonst würde das, was gegenwärtig passiert, überhaupt nicht funktionieren.

 

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. FÜNFTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2019, 624 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

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Bernd Niquet und die Flüchtlingskrise. Die Geschichte von Bernd Niquet ist mittlerweile in den Jahren 2015 und 2016 angekommen. Das ist die Zeit des massenhaften und ungehinderten Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland. Die Hauptfigur der Ereignisse muss jetzt nicht mehr wie vorher nur die Lasten seines eigenen Lebens und seiner familiären Verhältnisse schultern, sondern sieht sich darüber hinaus gezwungen, aus sich selbst herauszutreten und sich ganz grundsätzliche weiterführende Gedanken zu machen.

»Immer, wenn die große Mittelmacht auf dem europäischen Kontinent verrückt spielt, resultieren daraus immense Verwerfungen. Wird der wirtschaftlichen Nord-Süd-Teilung zur Eurorettung jetzt auch noch eine kulturelle Ost-West-Spaltung zur Flüchtlingsrettung hinzugefügt? Denn das hieße ja nichts anderes als die bildliche Kreuzigung unseres Kontinents.«

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt trotz seines Umzugs im vergangenen Jahr weiterhin im selben ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die ersten vier Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen, und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2018.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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