29.10.2020 - 20:23 | Lesezeichen | Startseite | Newsletter | Suche | Kontakt | Seite drucken | Sitemap   
 
   

Wo Sie neue
Boom-Börsen finden?!

 

  Geheime Aktien-Gewinnstrategie?!

      Menü

    Home

      Wissen

      Börsen-ABC
      Anlegerrecht


        Twitter & Facebook

        



Anzeige  


 

Suche

 


Kursabfrage

 



 
Kunst im Frühling


 


 

 

 

 

Wenn das wirklich Schlimme passiert

Donnerstag, 25. Juni 2020 um 07:54

Von Bernd Niquet

Natürlich muss man als Anleger immer mit Kursschwankungen rechnen, teilweise auch mit heftigen. Es gibt auch Schieflagen und sogar Betrug. Oder solche Fälle wie derzeit bei Wirecard, wo man noch nicht genau weiß.

Und bei einem breit gestreuten Portfolio ist so etwas zwar ärgerlich, aber kein Beinbruch. Man muss sich ja nur einmal den Dax ansehen, wie gering sich der Sturz von Wirecard um 70 Prozent an einem Tag darauf ausgewirkt hat.

Nein, das wirklich Schlimme ist etwas ganz anderes. Das wurde im Rahmen der Finanzkrise einmal diskutiert, doch dann habe ich nichts mehr davon gehört. Zum Glück. Denn es ist wirklich zu gruselig.

Jetzt, bei Wirecard habe ich zum ersten Mal seitdem wieder daran gedacht. Über einen Umweg. Denn bei Wirecard ist wohl Geld, das auf Treuhandkonten liegen soll, nicht auffindbar.

In diesem Zusammenhang, jetzt einmal abgesehen von Wirecard, habe ich mich immer schon gewundert, wie intelligente und wohlhabende Menschen sich auf so ein Treuhändermodell zur Steuerersparnis einlassen können.

Das klingt ja alles immer irgendwie ganz lukrativ, Geld vor dem Fiskus zu verstecken, in dem man es in ein Treuhandmodell auf den Cayman Inseln oder sonstwo investiert. Doch würde ich so etwas machen? Nein, um keinen Preis der Erde.

Denn was ist, wenn der Treuhänder dann sagt: Njet. Was will man dann machen? Gegen einen Finanzmenschen auf den Cayman Inseln einen Prozess anstreben?

Ich wüsste gerne einmal, welche Summen den vielen vermeintlich so cleveren Steuersparern durch solche Methoden entwendet worden sind. Aber dafür gibt es sicherlich nicht einmal Schätzwerte. Schließlich sind private Steuersparer nicht zur Abgabe einer testierten Bilanz gezwungen.

An dieser Stelle komme ich nun zu dem, was mich wirklich bedrückt. Denn was ist, wenn sich jemand an die Aktien, die ich bei meiner Bank zu liegen habe, heranmacht? Ein Mitarbeiter, der sich unberechtigt Zugang verschafft? Und die Aktien dann verkauft oder als Sicherheit verpfändet oder wer weiß was sonst noch alles?

Und was ist, wenn das in einer Situation wie 2008 passiert, in der die Banken sowieso auf der Kippe stehen?

Bei einem Einzelfall oder einer überschaubaren Summe in guten Zeiten wird die Bank oder der Bankenfonds sicherlich solche Kunden entschädigen. Doch was ist, wenn die Bank ein Sanierungsfall ist? Wenn sie pleitegefährdet ist?

Da wird sich doch die Feuerwehr nicht um private Aktieninhaber kümmern. Da geht es schließlich darum, dass das gesamte Gebilde nicht einstürzt. Da zählt der Einzelne nicht mehr, wie ungerecht er auch behandelt worden ist.

Und was hat man dann als betrogener Anleger noch für Chancen? Wohl nur gegen den Dieb zu klagen. Doch dessen Geld wird jetzt wahrscheinlich ebenfalls bereits auf den Cayman Inseln sein. Oder eben nicht einmal mehr das.

Es gibt daher wohl nur einen wirklichen Schutz des eigenen Aktienvermögens, seit die Aktien nicht mehr in gedruckter Form existieren. Und der ist, dass solche Krisen gar nicht mehr auftreten.

Und das sollen sie ja auch nicht, hat man mir gesagt.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. FÜNFTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2019, 624 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

oder bei Amazon


 

Bernd Niquet und die Flüchtlingskrise. Die Geschichte von Bernd Niquet ist mittlerweile in den Jahren 2015 und 2016 angekommen. Das ist die Zeit des massenhaften und ungehinderten Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland. Die Hauptfigur der Ereignisse muss jetzt nicht mehr wie vorher nur die Lasten seines eigenen Lebens und seiner familiären Verhältnisse schultern, sondern sieht sich darüber hinaus gezwungen, aus sich selbst herauszutreten und sich ganz grundsätzliche weiterführende Gedanken zu machen.

»Immer, wenn die große Mittelmacht auf dem europäischen Kontinent verrückt spielt, resultieren daraus immense Verwerfungen. Wird der wirtschaftlichen Nord-Süd-Teilung zur Eurorettung jetzt auch noch eine kulturelle Ost-West-Spaltung zur Flüchtlingsrettung hinzugefügt? Denn das hieße ja nichts anderes als die bildliche Kreuzigung unseres Kontinents.«

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt trotz seines Umzugs im vergangenen Jahr weiterhin im selben ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die ersten vier Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen, und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2018.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

Anzeige


 


 
 
 
 
 
 
 
       
     


© 1999 - 2018 by instock.de | Mediadaten | Impressum | Datenschutz