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Vorsicht, wenn die AfD 1+1=2 sagt

Donnerstag, 10. Dezember 2020 um 13:36

Von Bernd Niquet

Dies ist eine Kolumne über die Zweiteilung der Welt, wie ich sie schon lange beobachte, im Moment jedoch besonders intensiv erlebe.

Immer, wenn ich mir die Fernsehnachrichten in ARD und ZDF anschaue, muss ich an das wunderschöne Lied „Der Mond“ von Rocko Schamoni denken: „Und die Sonne geht auf und die Erde geht unter“. Doch immer dann, wenn an die Börse geschaltet wird, geht die Erde für kurze Zeit wieder auf. Allein das ist dann bereits die Rundfunkgebühren wert.

Es ist aber auch wirklich nicht zu verstehen, was dort gerade passiert, jedenfalls für mich nicht. Denn wir Börsianer haben tatsächlich keinerlei Wohlstandsverluste in diesem Jahr zu beklagen. Viele von uns sind sicherlich sogar noch reicher geworden, wohingegen die Covid-19-Pandemie spätestens mit dem jetzt kommenden harten Lockdown vielen Existenzen wirtschaftlich den Garaus machen wird.

Wir leben hier in einer zweigeteilten Welt. Die Dinge passen einfach nicht zusammen. Gibt es in diesem Winter eigentlich überhaupt noch Influenza? Und Influenza-Tote? Nee, nicht, oder?

In der Politik existieren seit einigen Jahren nur noch zwei Fraktionen. Die einen, die behaupten, die Demokratie zu verteidigen und uns dabei immer weiter in Richtung einer Diktatur von links führen, und dann das versprengte Häufchen derer, von denen man sagt, sie würden, wie der Chefredakteur der Zeitung WELT es beschrieben hat, staatsstreichlüstern sein.

Auch hier gibt es nur schwarz und weiß. Ich überlege mir gerade, wie das wohl wäre, wenn wir anstatt über die Rundfunkgebühren wieder einmal über eine neue Rechtschreibreform abstimmen würden? Oder noch besser über die Mathematik? Ja, wir stimmen ab, ob 1+1=2 noch gilt. Und weil die AfD das bejaht, müssen CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke dann dagegen stimmen. In diesem Moment hätten wir endlich einmal im Parlament ein realistisches Abbild der gegenwärtigen Wirklichkeit, denke ich.

Das mit dem Schwarz oder Weiß gilt jedoch ganz allgemein, auch bei allen Menschen. Denn sie sind alle entweder schwarz oder weiß. Neulich habe ich junge Männer Fußball spielen gesehen, trotz Corona, au weia. Sie waren alle… ich hätte jetzt gesagt farbig, dunkelhäutig. Doch das ist heute ja nicht mehr erlaubt, heute muss man Schwarze sagen. Weil diese Leute sich selbst auch so bezeichnen, heißt es. Alles andere wäre rassistisch.

Damit bleibt die Frage, ob alle Menschen schwarz sind, die nicht weiß sind? Oder vielmehr umgekehrt alle weiß, die nicht schwarz sind? Die politische Korrektheit zwingt uns hier ein Beschreibungsverbot auf, genauso wie manche Religionen. Sie ist ja auch die neue Religion.

Zum ersten Mal seit dem Mauerfall war ich in dieser Woche einmal im Dunkeln in Potsdam. Die Altstadt dort ist wunderschön und ich hoffte, ein bisschen Weihnachtsatmosphäre mitzubekommen. Doch oh weh, kaum Lichterketten, nur wenige Menschen, dafür ein Polizeiwagen, der im Schrittempo durch die Fußgängerzone rollte und deren Insassen die Menschen beobachten.

1988 bin ich schon einmal abends in Potsdam gewesen. Damals sah es ähnlich aus. Daran musste ich jetzt denken. Ohne Hintergedanken an Big Brother, das war einfach ein Gefühl.

Auf der Rückfahrt dann jedoch sofort das Helle und Weiße gegen das Dunkle und Kalte. Von der Potsdamer Innenstadt bis zur Glienicker Brücke ein durchgehender Autostau. Die Autowelt ist noch in Ordnung und komplett unverändert. Man kommt zwar nicht weiter, doch man hat ja sein Handy dabei, es ist warm und hell. Und die Autos sehen schick aus, sie steigern das Selbstwertgefühl. Besonders in Zeiten wie diesen.

Vielleicht können wir uns ja bald alle in einer aufblasbaren Ganzkörperumschließung bewegen. Dann hätte sich Corona erledigt, und was für ein Markt wäre das. Auch würde die Frage, ob schwarz oder weiß sofort wegfallen. Das Klimathema wäre ebenfalls gelöst.

Und eigentlich müssen wir uns doch dafür gar nicht groß verändern, oder?

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SECHSTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2020, 621 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

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Bernd Niquet und seine Tagebücher: „Der wirkliche Donnerschlag kommt dann mit Verzögerung. Auch braucht mein Inneres einige Zeit, um ihn zu realisieren. Doch als die Dinge dann klar sind und in mir sacken, mache ich etwas, was ich vorher beim Tagebuchschreiben noch niemals gemacht habe. Ich unterstreiche die wichtigen Passagen nicht wie sonst mit meiner blauen Tinte, sondern mit schwarzem Filzstift. Einunddreißig Jahre schreibe ich mittlerweile Tagebuch, das zeigt die Dimension. Hinterher bin ich selbst erschrocken. Das Tagebuch sieht jetzt aus, als sei jemand gestorben. Und in meinem Inneren fühlt es sich auch tatsächlich so an.“

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt in einem ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die vorangegangenen fünf Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013, 2018 und 2019.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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