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Alles auf ein Unentschieden gesetzt

Donnerstag, 21. April 2022 um 11:04

Von Bernd Niquet

Wären wir jetzt beim Kartenspielen, würde ich sagen: Die Nato hat ein gutes Blatt gehabt, doch sie sind lausige Spieler.

Doch es ist kein Spiel und das macht alles extrem viel schlimmer.

Die Nato hat entschieden, nicht in den Krieg um die Ukraine einzugreifen, aber massiv Waffen zu liefern. Und das scheint eine schlechte Wette zu sein, denn die Gewinnchancen sind klein, das Verlustrisiko jedoch genauso groß wie bei einem Einsatz.

Nehmen wir einmal an, der Krieg wäre aus. Was wäre dann?

Fall (1): Die Russen haben gewonnen. Dann sind alle ukrainischen Männer tot und Russland steht direkt an Polens Grenze. Deutschland ist dann auch nicht mehr weit. Und es gibt bestimmt mutige Leute, die gegen die Nato-Staaten eine Klage wegen Mitwirkung am Völkermord an den Ukrainern einreichen. Was für ein Erfolg.

Fall (2): Die Ukraine hat gewonnen. Das wäre noch schlimmer. Denn dann ist der russische Bär erst recht wütend und wird seine atomare Drohung, mit der er die Nato schon dieses Mal aus dem Krieg herausgehalten hat, verstärken. Gar nicht auszudenken, dieser Fall.

Es bleibt also nur Fall (3), ein Unentschieden. Das heißt: Aufteilung des Landes. Doch hätte man das nicht auch ohne Krieg haben können? Es wäre ja nicht das erste Mal, dass die Großmächte über den Kopf kleinerer Länder hinweg Entscheidungen treffen können. Aber egal, für die Nato wäre das auf jeden Fall die beste Lösung.

Eigentlich ist es die dümmste Taktik, von vornherein auf ein Unentschieden zu spielen. Aber Sieg oder Niederlage wären ja weit gravierender.

Und ein langer Krieg mit einem Unentschieden nach Verlängerung wäre für die Nato auch insofern gut, dass die Russen dann ausgezehrt und geschwächt sind. Je länger der Bär rammelt, umso trister wird er.

Wobei ich bisher natürlich unterstellt habe, die Nato würde sich taktisch verhalten und rational handeln. Das ist natürlich mittlerweile nicht mehr haltbar. Auf mich wirkt die Nato eher wie Haufen Ratloser, die einfach immer irgendetwas machen müssen, nur um nicht gar nichts zu tun.

Und wenn denen von ihnen aus dem Westen gar nichts anderes mehr einfällt, fahren sie nach Kiew und klatschen den Menschen dort zu: Ihr seid Helden! Helden, Helden, Helden! Und dann fahren sie wieder weg. Denn wie die Menschen anschließend zerbombt werden, das will doch keiner unsere feinen Führungsleute wirklich gerne selbst mitansehen.

Ein bisschen erinnern mich diese Politiker auch an die Fernsehmoderatorinnen mit der Hornhaut auf der Seele, die ihre Gesprächspartnerinnen immer fragen: Was ist denn nun die Strategie der Russen, wollen sie nur das Land erobern oder wollen sie auch alle Ukrainer umbringen?

Und das sagen sie dann stets im gleichen Tonfall als würden sie fragen: Wie kriegst du eigentlich die ekligen kleinen Härchen aus der Arschfalte heraus?

Ich fürchte, so sieht es aus. Jeder weitere Tag vor der Zeitung oder dem Fernseher macht daher die Atombombe weniger schlimm. Und bis dahin kann man ja immerhin noch seine Eurochips setzen.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SIEBENTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2021, 635 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

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In Kleists Drama "Penthesilea" geht es um den Konflikt zwischen einem gefühlsintensiven Individuum und der gesellschaftlichen Ordnung, die diesen Gefühlen entgegensteht. Penthesilea, die Königin der Amazonen, erobert im Kampf Männer, um sie zur Zeugung neuer Kriegerinnen mitzunehmen. Nach vollzogenem Zeugungsakt entlässt sie die Männer wieder in die Freiheit. Nur ihrem Geliebten stellt sie nach, was diesen letztlich sein Leben kostet. Kann es sein, dass ich in meinem Leben mehrmals nur haarscharf an vielem aus dieser Tragödie vorbeigeschrappt bin? Und dann ist ja auch noch Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist nur unweit meiner Wohnung freiwillig aus dem Leben geschieden.

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am wunderschönen grünen Rand seiner ansonsten mittlerweile ungeliebten Heimat Berlin. Die vorangegangenen sechs Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019 und 2020.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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