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Worüber nicht gesprochen wird

Donnerstag, 6. Oktober 2022 um 07:58

Von Bernd Niquet

Derzeit gibt es schon oft gestellte Fragen, die jedoch niemals auch nur annähernd schlüssig beantwortet worden sind. Sowie eine wichtige Frage, die irgendwie überhaupt noch nie gestellt wurde, wie ich finde.

Über den Anschlag auf die Nord Stream Pipelines haben ja die großen Medien ausführlich berichtet. Ich finde jedoch, dass es komplett unlogisch ist, wie man hier sofort Russland als Verursacher ausgemacht hat.

Putin mag zwar ein Schurke sein und extreme Reaktionen zeigen, doch dumm ist er bestimmt nicht. Warum sollte er daher die Nord Stream Pipelines, die sein wichtigstes Pfund sind, den Westen zu spalten, in die Luft sprengen?

Denn es ist doch absehbar, was bei uns im Winter passiert, wenn es richtig kalt wird: Dann wird die Zustimmung der Deutschen gegen die Sanktionen nachlassen. Und das tut sie ja jetzt schon, vor allem im Osten Deutschlands.

Irgendwann wird dann sicher der kollektive Wunsch aufgekommen, wieder Gas aus Russland zu beziehen. Und wenn es vielleicht irgendwann tatsächlich Verhandlungen gibt, dann erst recht.

Doch jetzt ist das ja nicht mehr möglich. So dachte man zuerst. Denn wenn die Leitungen kaputt sind, werden wir kein Gas mehr aus Russland beziehen können.

Und diese Zerstörung der Leitungen soll nun Putins Werk sein? Politiker und Medien, die so etwas behaupten, haben für mich jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Sie sind wohl eher im Kriegstaumel schwindelig geworden als sich ihres Verstandes zu bedienen. Oder sie sind einfach feige und trauen sich nicht an die Wahrheit heran.

Doch wer kann es sonst gewesen sein, wenn nicht die Russen? Tja. Die Antwort darauf ist so ungeheuerlich, dass es höchstens möglich ist, zu sagen, wem diese Zerstörungen am besten in die Karten spielen. Oder man macht eben einen schnellen Spruch.

Allerdings: Jetzt wissen wir plötzlich, dass von Nord Stream 2 anscheinend nur ein Strang, aber nicht beide getroffen wurden und jetzt kaputt sind. Damit ginge es dann vielleicht doch mit dem Gas, wenn wir wollen. Die Amis waren auch schon einmal gründlicher.

Vorher ist da jedoch noch eine andere Frage, die ich mir stelle und über die ich bisher eigentlich nichts gehört habe. Denn die Zustimmung für die Sanktionen gegen Russland sind ja in den Neuen Bundesländern im Osten der Bundesrepublik von Anfang an weit geringer gewesen als diejenige im Westen.

Ich finde das absolut erstaunlich. Ich bin selbst in West-Berlin großgeworden und wir haben ja tagtäglich gesehen, welchen Unterschied es zwischen den Russen und den Amerikanern gab.

Das fing ja bereits gleich nach dem Krieg an. Die Amerikaner haben uns geholfen, haben uns Aufbauhilfe gegeben, während die Russen in der DDR alles demontiert haben, was zu demontieren war. Und sie haben den Leuten den nicht funktionierenden Sozialismus übergestülpt.

Wir im Westen erlebten eine große Freiheit, während die Menschen in der DDR unter Moskaus Knute darbten.

Warum ist daher jetzt gerade bei uns im Westen ein derartiger Hass auf Russland gewachsen, während im Osten das überhaupt nicht so der Fall war und ist? Dabei konnte man doch bei uns im Westen vor dem russischen Einmarsch das Wort Ukraine nicht mal richtig schreiben und aussprechen, geschweige denn, dass die Westbürger überhaupt wussten, wo dieses Land liegt. Wohingegen die DDR-Bürger diese frühere Sowjetrepublik sogar oft und gerne bereist haben.

Müssten daher nicht die Reaktionen in Ost und West genau entgegengesetzt ausgefallen sein? Tja. Ich habe für mich eigentlich nur eine einzige Erklärung hierfür gefunden, nämlich dass das alles gar nichts mit Russland zu tun hat.

Wir im Westen haben immer Glück gehabt haben und glauben, dass das auch dieses Mal so sein wird. Wir glauben daher fest daran, dass es uns auch weiterhin direkt von der Nase in den Mund laufen wird. Wohingegen die ehemaligen DDR-Bürger durch die Sanktionen eine massive Verarmung befürchten. Und wer liegt hier dichter an der Wahrheit?

Der Krieg, den der Westen jetzt gegen Russland führt, hat auf jeden Fall klare Gewinner und klare Verlierer auf westlicher Seite. Der große Verlierer ist die Bundesrepublik Deutschland, deren gesamtes Wirtschaftsmodell jetzt in sich zusammenzustürzen droht.

Denn das billige russische Gas war ein wichtiger Teil unseres Wirtschaftswunders, schließlich haben wir schon zu schlimmsten Sowjetzeiten, als dort weit mehr Gräueltaten verübt wurden als heute in der Ukraine, billige Energie aus Russland bezogen.

Die Bundesrepublik wird jetzt große Teil ihrer Industrie einbüßen und die Energie zukünftig zu einem Vielfachen des Preises von Ländern aus dem eigenen Bündnis beziehen müssen. Sowie von den Menschenrechtsfeinden vom Golf.

Unser Wettbewerbsvorteil gegenüber den USA fällt damit zukünftig weg. Die USA sind der große Gewinner dieses Konflikts. Quintessenz: Der eine westliche Verbündete wird ruiniert, der andere profitiert.

So sieht die Welt heute aus. Lauter merkwürdige Zufälle, oder?

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SIEBENTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2021, 635 Seiten, 22 Euro

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In Kleists Drama "Penthesilea" geht es um den Konflikt zwischen einem gefühlsintensiven Individuum und der gesellschaftlichen Ordnung, die diesen Gefühlen entgegensteht. Penthesilea, die Königin der Amazonen, erobert im Kampf Männer, um sie zur Zeugung neuer Kriegerinnen mitzunehmen. Nach vollzogenem Zeugungsakt entlässt sie die Männer wieder in die Freiheit. Nur ihrem Geliebten stellt sie nach, was diesen letztlich sein Leben kostet. Kann es sein, dass ich in meinem Leben mehrmals nur haarscharf an vielem aus dieser Tragödie vorbeigeschrappt bin? Und dann ist ja auch noch Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist nur unweit meiner Wohnung freiwillig aus dem Leben geschieden.

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am wunderschönen grünen Rand seiner ansonsten mittlerweile ungeliebten Heimat Berlin. Die vorangegangenen sechs Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019 und 2020.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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