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Lechz

Donnerstag, 3. November 2022 um 06:50

Von Bernd Niquet

Unsere Bundesregierung ist mit hohen Zielen angetreten. Die Grünen wollten die Ehrlichen sein, die Liberalen die Liberalen bleiben und die SPD wollte Profil zeigen.

Letztlich sind sie alle gescheitert, die Grünen jedoch am schlimmsten, denn lange nicht hat eine Partei die Bürger so angelogen wie die Grünen. Außer Frau Merkel natürlich, doch die sprengte ja sowieso jeden Rahmen.

Einig ist man sich heute nur noch im Kampf gegen rechts. Lechz.

Ich fände es interessant, in Deutschland einmal eine Umfrage zu machen, was eigentlich inhaltlich unter „rechts“ zu verstehen ist. Ich glaube, außer „rechts, das ist die AfD“ würde da nicht viel kommen. Vielleicht ist diese Aufgabe allerdings auch unlösbar?

Die Schwierigkeiten beginnen jedoch bereits viel früher. Denn wenn der Kampf gegen rechts von Erfolg gekrönt werden sollte und die Rechten weg wären wie bei den Nazis die Linken, dann müsste trotzdem jemand im Parlament rechts sitzen, zumindest am weitesten rechts, denn anders ist es logisch gar nicht möglich. (Die Nazis hatten dieses Problem hingegen nicht, weil sie ja das Parlament aufgelöst haben.)

Hier haben wir auf jeden Fall die erste zutreffende Definition von rechts, denn rechts sind diejenigen, die im Parlament rechts sitzen. Auf diese Weise ist das Parlament natürlich auch ein Spiegel der Gesellschaft, denn in jeder nicht-totalitären Gesellschaft gibt es immer Menschen, die rechte Gedanken haben, und welche, die linke Gedanken haben. Und natürlich diejenigen in der Mitte.

Wer hier also eingreifen und einen Teil der Gesellschaft aussperren oder umbringen will, wendet sich nicht nur gegen den Parlamentarismus, sondern gegen die Natur und gegen die Menschlichkeit. So jemand ist a priori totalitär.

Hitler wollte die Linken weghaben und unsere Regierung möchte die Rechten weghaben. Jeder Gauner handelt da eben nach seinem Gusto, wenn er an der Macht ist.

Doch was ist nun eigentlich INHALTLICH rechts und was links? Verbindliche Definitionen, die in seinem Rechtssystem Bestand haben könnten, gibt es dafür eigentlich nicht. Lechz.

Ich finde zwei Sichtweisen am erhellendsten: Aktion versus Reaktion, also Progression versus Konservativismus (1) und Kollektivität versus Individualität (2). Die nationale Karte würde ich hier außen vor lassen, denn wer sich nicht für das Wohl der eigenen Nation einsetzt, hat in einem Parlament eigentlich nichts verloren.

Eigentlich. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Und sie werden immer mehr. Bald werden es so viele sein, dass… aber ich sollte beim Thema bleiben.

Also (1): Linke lassen sich gut dadurch charakterisieren, die bestehenden Verhältnisse verändern zu wollen, wohingegen Rechte eher zur Wahrung des Status quo tendieren.

Doch sind Linke damit die Zukunft und die Rechten die Gestrigen? Wenn ein Land sich auf einer abschüssigen Bahn befindet, kann natürlich eine Rückbesinnung auf die alten Werte durchaus progressiv sein, wohingegen ein Festhalten an der bisher eingeschlagenen Richtung dann reaktionär wäre.

Selbst bei einer so einfachen und monokausalen Deutung lässt sich also keine eindeutige Zuordnung erzielen. Lechz. Gleiches gilt auch bei (2).

Doch wie ist das nun eigentlich bei anderen Ländern? Sind die Chinesen nun links oder rechts? Auf der Landkarte sind sie auf jeden Fall rechts, doch politisch betrachtet scheinen sie mir mit ihren radikalen Veränderungen und der riesengroßen Kollektivität eher als Linke einzuordnen zu sein. Lechz.

Was jetzt natürlich unsere Bundesregierung in eine ziemlich missliche Lage bringt, denn eigentlich muss sie daraufhin neben dem Kampf gegen rechts auch einen Kampf gegen links führen. Doch wer gleichzeitig rechts und links bekämpft, kann der eigentlich noch richtig im Kopf sein?

Interessant ist auch der Fall Russland. Als Russland noch das beherrschende Land der Sowjetunion war, war man dort ganz sicher links. Heute hingegen werden Putin und sein Land im Allgemeinen als Rechte bezeichnet, obwohl sie doch im Grunde genommen immer noch den gleichen Scheiß machen wie in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Lechz.

Kann jemand also gleichzeitig rechts und links sein? Es scheint beinahe so. Hier ist es genauso wie bei den Faschisten, die man ja bei uns gemeinhin als Rechte betrachtet, was natürlich falsch ist, denn Mussolini war ein strammer Sozialist und ein Mann der Aktion, der sein Land hin zum Kollektivismus verändern wollte. Lechz.

Die Sache bleibt also schwierig. Und der Grund dafür liegt wohl ganz allgemein in der Tatsache begründet, dass es immer soo unendlich viel mehr sich gut anhörende Worte als gute Taten gibt.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

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Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SIEBENTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2021, 635 Seiten, 22 Euro

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In Kleists Drama "Penthesilea" geht es um den Konflikt zwischen einem gefühlsintensiven Individuum und der gesellschaftlichen Ordnung, die diesen Gefühlen entgegensteht. Penthesilea, die Königin der Amazonen, erobert im Kampf Männer, um sie zur Zeugung neuer Kriegerinnen mitzunehmen. Nach vollzogenem Zeugungsakt entlässt sie die Männer wieder in die Freiheit. Nur ihrem Geliebten stellt sie nach, was diesen letztlich sein Leben kostet. Kann es sein, dass ich in meinem Leben mehrmals nur haarscharf an vielem aus dieser Tragödie vorbeigeschrappt bin? Und dann ist ja auch noch Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist nur unweit meiner Wohnung freiwillig aus dem Leben geschieden.

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am wunderschönen grünen Rand seiner ansonsten mittlerweile ungeliebten Heimat Berlin. Die vorangegangenen sechs Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019 und 2020.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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