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Die Angst vor einer neuen Technologieblase

Donnerstag, 7. Dezember 2017 um 10:30

Von Thomas Grüner
Nach mehreren Jahren einer andauernden Outperformance zeigen sich immer mehr Anleger besorgt, dass sich der Technologiesektor in einem Stadium wie im Jahr 1999 befinden könnte. Partylaune kurz vor dem Untergang! Steht uns eine erneute Tech-Blase ins Haus? Als scheinbaren Beweis führen Kritiker an, dass sich die Bewertungen teilweise auf einem ähnlich hohen Niveau wie in der Endphase der 90er Jahre bewegen. Stimmt das?

Generell lässt sich feststellen, dass die Marktstimmung etwas optimistischer wird. Jedoch sagen Bewertungsniveaus isoliert betrachtet nichts über die Renditen der nächsten 12 oder sogar 24 Monate aus. „Günstige“ Aktien können sich weiter verbilligen, „teure“ Aktien noch teurer werden. Befand sich der Ölsektor um das Jahr 2015 herum in einer Blase? Schließlich war auch hier ein rapider KGV-Anstieg zu beobachten! Dennoch würden Marktbeobachter diese Frage eher verneinen. Eine Blasenbildung verbindet man eben vor allem mit einer explodierenden Kauflaune der Anleger, weniger mit abrupten Veränderungen der Gewinnmargen was in diesem Beispiel allerdings der entscheidende Grund für die KGV- und Kurskapriolen im Ölsektor war.

Gerechtfertigter Aufschwung

Die Unternehmensgewinne im Börsenjahr 2017 sprudeln. Ende November haben 98 Prozent der im S&P 500 gelisteten Unternehmen ihre Q3-Gewinne ausgewiesen, auf Jahressicht ist ein Anstieg von 6,3 Prozent zu vermelden. In den vergangenen 20 Jahren hat sich dabei die Nettoumsatzrendite des Technologiesektors mehr als verdoppelt, in puncto Umsatzrendite hat Technologie aktuell deutlich die Nase vorn. Viele der profitabelsten Unternehmen der Welt sind in diesem Sektor angesiedelt. Grund genug für zahlreiche Investoren, einen ordentlichen „Preis“ für eine Beteiligung zu bezahlen. Im Rahmen eines reifer werdenden Bullenmarkts, der von einer natürlichen KGV-Expansion geprägt ist, ein überaus „normales“ Phänomen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis hat in der Tat das Niveau vom Juni 1999 erreicht, allerdings sind Kurs-Cash-Flow-Verhältnis und das 12-Monats-Forward-KGV noch weit von ihren Höchstständen und „blasenähnlichen“ Entwicklungen entfernt.

Wird der Tech-Sektor zu groß?

Viele Marktbeobachter blicken besorgt auf die Tatsache, dass der Technologiesektor einen stetig wachsenden Anteil am Gesamtmarkt einnimmt. Im S&P 500 entfallen bereits mehr als 20 Prozent der Marktkapitalisierung auf den Technologiesektor. Diese Fakten sind nicht von der Hand zu weisen. Allerdings gilt dasselbe Prinzip für die Gewinnbetrachtung. Mehr als 20 Prozent der S&P 500-Gewinne kommen aus dem Technologiesektor! Ganz im Gegensatz zur Situation Ende der 90er Jahre, als sich die euphorische Preisbildung in der Dotcom-Blase völlig von der fundamentalen Basis losgekoppelt hatte. Profitarme Tech-Unternehmen stellten im Höhepunkt der Übertreibungsphase fast 35 Prozent der S&P 500-Marktkapitalisierung dar.

Fazit: Heute wird die Tech-Blase zwar oftmals thematisiert, die typischen Anzeichen bleiben jedoch nach wie vor aus. Der Fremdkapitaleinsatz explodiert nicht. Es ist keine Anhäufung von überhasteten Börsengängen zu beobachten, die dann auch noch auf eine solide Nachfrage treffen. Der Taxi-Fahrer verteilt keine heißen Tipps für die neuesten Tech-Aktien (wohl eher Bitcoins, aber das ist ein anderes Thema). Man blickt nicht neidisch auf den Nachbarn, der sich von seinen Tech-Gewinnen einen Sportwagen geleistet hat. Wenn man genauer hinschaut, dann ist der Technologiesektor in vielerlei Hinsicht noch weit von 1999 entfernt.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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