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Gefährliche Sorglosigkeit

Dienstag, 10. Oktober 2017 um 09:51

Von Stephan Feuerstein
Gute Konjunkturdaten haben die Aktienmärkte auch nach dem Monatswechsel weiter nach oben klettern lassen und dem Dax dabei ein neues Allzeithoch beschert. Bereits der September präsentierte sich als der bislang beste Monat im bisherigen Jahresverlauf. Damit zeigen sich allerdings auch erste Anzeichen dafür, dass die Bewegung vielleicht doch etwas zu rasch zu schnell gelaufen ist.

Stimmung sehr optimistisch

Es gibt verschiedene Arten, die Stimmung der Marktteilnehmer einzufangen. Mit Umfragen unter den Akteuren an der Börse erhält man über diverse Sentiment-Indikatoren dann ein mehr oder weniger detailliertes Bild der Stimmung. Daneben lassen sich aber beispielsweise auch die Käufe und Verkäufe von Optionen (Put/Call-Ratio) oder aber auch Volatilitätsindikatoren zur Einordnung der Stimmung verwenden. Mit dem Anstieg in den vergangenen Tagen befindet sich der eine oder andere Sentimentindikator, der auf Umfragen basiert, auf einem Jahreshoch und verdeutlicht eine mittlerweile sehr optimistische Einstellung der Anleger. Zu einem ähnlichen Bild kommt auch die Betrachtung der Volatilitätsindikatoren. So ist der VDax momentan auf dem niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre und lässt dabei erkennen, dass man momentan offensichtlich nicht von einer deutlichen Zunahme der Schwankungsbreite ausgeht. Diese nimmt aber in Abschwungphasen tendenziell zu, während sie in Aufschwungphasen eher rückläufig ist. Insofern lässt sich aus dem VDax somit ebenfalls ablesen, dass die klare Mehrheit nicht von einem kurz bevorstehenden Rückgang an den Aktienmärkten ausgeht.

Technisch noch keine Signale

Wenngleich die zu positive Stimmung ein ernstes Warnsignal darstellt, da man dabei davon ausgeht, dass bereits alle Akteure entsprechend positioniert sind und demnach dann irgendwann die weiteren Käufe fehlen, ist dies noch kein Verkaufssignal! Allerdings legt ein derart optimistisches Sentiment nahe, dass man sich vielleicht doch noch einmal Gedanken machen sollte, ob man auf den mit Hochgeschwindigkeit fahrenden Börsenzug jetzt noch aufspringen muss. In der Regel ergeben sich bereits kurze Zeit danach deutlich attraktivere Kaufniveaus bei einem entsprechend ausgeglicheneren Stimmungsbild. Man darf daher gespannt sein, was die in Kürze beginnende Quartalszahlensaison für Ergebnisse hervorbringt und ob diese dann die Kurse weiter anheizen oder vielleicht aufgrund von zu viel Hoffnung doch etwas abkühlen lassen.

Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Börsenbriefes "Hebelzertifikate-Trader". Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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