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Sind die Kurse der Realität davongelaufen?

Mittwoch, 20. November 2013 um 09:14

Von Stefan Böhm
Die Börsen nahmen den Schwung der vergangenen Woche mit in die neue Woche, der Dax stieg auf ein neues Allzeithoch. In den kommenden Tagen werden das Ifo-Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes zeigen, ob die Kursgewinne durch gute Konjunkturaussichten untermauert werden. Sollten die erwarteten Verbesserungen bei den Stimmungsindikatoren für die deutsche Wirtschaft ausbleiben, wäre das enttäuschend.

Positive Impulse kamen zur Abwechslung einmal aus Asien, denn die politische Elite in Peking hat bei ihrer viertägigen Sitzung bemerkenswerte Beschlüsse getroffen: Die angekündigten marktwirtschaftlichen Reformen gehen über die Erwartungen hinaus und das könnte die langfristigen Wachstumsaussichten deutlich verbessern. Obwohl kurzfristig keine Auswirkungen auf die Konjunktur zu erwarten sind, erhielten die Börsen in Shanghai und Hongkong einen kräftigen Schub, die Indizes überwanden wichtige charttechnische Widerstände.

Doch sind die Allzeithochs beim Dax und auch an der Wall Street gerechtfertigt? Viele sind da ja immer noch skeptisch. Klar ist: Was die Kurse schon seit Monaten grundsätzlich antreibt, ist die Lust der Anleger auf Rendite und damit auch auf Risiko. Getragen wird das offenbar von der Überzeugung, dass die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig bleiben, die Weltkonjunktur auf moderatem Erholungskurs ist und keine weitere Krise droht. Die Börsenkurse sind daher 2013 stärker gestiegen als die Gewinne der Unternehmen und das spiegelt sich in der Zunahme der Aktienbewertungen wieder. Der US-Index S&P 500 ist wegen seiner Breite repräsentativer als der Dax und eignet sich damit besser, um die allgemeine Lust der Anleger auf Rendite anhand von Zahlen zu verdeutlichen: Mehr als 440 der 500 im Index enthaltenen Aktien verzeichnen zum aktuellen Zeitpunkt seit Jahresbeginn ein Plus, eine so hohe Quote von Gewinnern gab es seit 1990 nicht mehr!

Wählerische Anleger?

Bemerkenswert ist auch, dass die Aktien mit niedrigen KGV-Bewertungen überdurchschnittlich stark gefragt waren und daher die Bewertungsunterschiede zwischen den verschiedenen Aktien ebenfalls auf den niedrigsten Stand seit 1990 fielen. Die Anleger kauften anscheinend wahllos Aktien. Doch ganz so ist es nicht: Viele Investoren sahen offenbar gerade in niedrig bewerteten Aktien gute Alternativen zu Anleihen, deshalb holten diese Papiere auf. Die Anteilsscheine von wachstumsstarken Unternehmen, die in der Regel höhere KGV-Bewertungen aufweisen, wurden dagegen möglicherweise durch Konjunktursorgen, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Fiskalstreit, ausgebremst. Das könnte den Rückgang der Bewertungsunterschiede erklären. Doch warum ist das so wichtig? Wenn die Anleger in den vergangenen Monaten wahllos Aktien gekauft haben, dann würde das für eine Übertreibung an den Märkten sprechen, die Gefahr einer Korrektur wäre damit groß. Stecken hinter dem Kaufverhalten jedoch rationalere Überlegungen, dann kann es auch in den nächsten Monaten weiter nach oben gehen, zumindest könnte dann das allgemeine Korrekturrisiko kleiner eingeschätzt werden.

Die Marktbewertung jedenfalls lässt durchaus noch Kursgewinne zu, denn der S&P 500 wird aktuell mit einem KGV von 17,5 bewertet. Das entspricht ungefähr der durchschnittlichen Bewertung seit dem 2. Weltkrieg. Die niedrigen Zinsen würden aber durchaus eine im historischen Vergleich überdurchschnittliche Bewertung erlauben. Ähnliches gilt auch für den Dax, der aber mit einem KGV von etwa 12,5 deutlich niedriger bewertet ist als der S&P 500 und auch zum langfristigen Durchschnittswert von 14,8 noch Luft hat.

Fazit: Eine Börsenkorrektur ist natürlich immer möglich und könnte auch unvorhersehbare Ereignisse als Ursache haben. Der Markt an sich trägt jedoch kein übermäßiges Korrekturpotential in sich, zumal wenn die Gewinne der Unternehmen im Zuge einer sich erholenden Weltkonjunktur im kommenden Jahr wieder stärker zulegen – und davon gehen nicht nur die Konsensusprognosen aus, auch wir rechnen damit. Der Dax kann daher weiter nach oben streben, auch wenn charttechnisch gesehen die Zeichen für eine Überhitzung zunehmen.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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