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Angst vor der 10.000 Punkte-Marke

Mittwoch, 9. Juli 2014 um 10:25

Von Stefan Böhm
Die am vergangenen Donnerstag veröffentlichten starken Zahlen vom US-Arbeitsmarkt gaben den Börsen keinen nachhaltigen Auftrieb. An der Wall Street machen sich vielmehr Sorgen breit, ob die US-Notenbank nicht doch früher als erwartet zu Zinsanhebungen gezwungen ist. Dazu üben sich die Anleger vor der anstehenden Quartalssaison lieber in Zurückhaltung – man will wissen, ob das höhere Bewertungsniveau gerechtfertigt ist. Aber nicht nur an der Wall Street gab es zu Wochenbeginn ein Innehalten, auch in Europa nahmen viele Anleger nach der besten Börsenwoche seit März lieber Gewinne mit.

Deutsche Wirtschaft mit schwachem Quartal

Gründe dafür ließen sich finden: So fielen die deutschen Konjunkturdaten für das zweite Quartal bislang enttäuschend aus. Die Auftragseingänge und die Produktion in der Industrie sanken im Mai unerwartet deutlich um 1,7 beziehungsweise 1,8 Prozent. Auch beim Einzelhandelsumsatz gab es trotz der guten Rahmenbedingungen – niedrige Inflation, hohe Beschäftigung – im Mai zum zweiten Mal in Folge ein Minus. Geht es mit den gesamten Daten im Juni nicht wieder deutlich bergauf, dann würde das zweite Quartal beim BIP sogar ein Minus bringen. Die Chancen für einen positiven „Pull-Back“ im Juni sind aber gut, denn zum einen wurde der Mai wegen der beiden Brückentage etwas nach unten verzerrt. Zum anderen ist der Rückgang der Bauproduktion im zweiten Quartal auf den milden Winter und das gute Geschäft im ersten Quartal zurückzuführen. Das wird sich wieder einpendeln. Kaum zu erklären ist aber der schwache Einzelhandelsumsatz. Unter dem Strich bleibt stehen, dass die deutschen Konjunkturbäume nicht in den Himmel wachsen. Kurzfristig birgt das Rückschlagspotential für den Aktienmarkt.

An der Börse werden allerdings mehr und mehr die Zahlen der Unternehmen für das zweite Quartal in den Blickpunkt rücken. Sollten diese zumindest die Erwartungen erfüllen, dann wird das die Konjunkturdaten in den Hintergrund drängen. Doch auch hier besteht die Gefahr von Enttäuschungen. Wie immer sind die US-Unternehmen mit ihren Zahlen früher dran als die europäischen. „Uncle Sam“ wird daher erst einmal die Richtung vorgeben – am Dienstag nach Börsenschluss eröffnete Alcoa traditionell die Quartalssaison in den USA. Für die im Aktienindex S&P 500 enthaltenen Unternehmen gehen die Prognosen der Analysten im Durchschnitt von einem Gewinnwachstum von 5 Prozent und einem Umsatzzuwachs um 3 Prozent aus. Das ist eine durchaus ambitionierte Prognose. Und noch wichtiger: Je höher die Kurse und damit die Bewertungen steigen, umso größer ist die Gefahr einer Korrektur – das liegt in der Natur der Sache.

Weltkonjunktur bleibt im Aufwind

Doch langfristig bleiben Aktien für Anleger attraktiv. Das liegt zum einen an der anhaltend expansiven Geldpolitik in den USA, Europa, Japan und vielen anderen Ländern. Zum anderen ist die Weltkonjunktur vor allem wegen des anhaltenden Aufschwungs in den USA robuster als in den Jahren zuvor. Schließlich entfallen auf die US-Wirtschaft immer noch 19,3 Prozent des Welt-BIP. Auch in Europa, Japan und vielen Schwellenländern zeigt die Richtung nach oben – wenn auch in teils bescheidenem Ausmaß. Daran ändern auch kleine Rückschläge, wie die zuletzt schwachen deutschen Konjunkturdaten, nichts. Neben den ersten Quartalszahlen steht in den USA am heutigen Mittwoch das Protokoll der Mitte Juni stattgefundenen Fed-Sitzung im Blickpunkt. Anleger werden auf Meinungsdifferenzen im Zentralbankrat achten. Daneben gibt es Produktionszahlen aus Italien, Frankreich und Spanien – wie in Deutschland könnte es Enttäuschungen geben.

Fazit: Der Dax schreckt weiter vor der 10.000 Punkte-Marke zurück. Pseudo-psychologisch könnte man sagen, die Anleger haben Angst vor der großen Zahl. Tatsächlich ist es aber so, dass nach einem Kursanstieg das höhere Kursniveau erst einmal als „normal“ eingestuft werden muss, bevor neue Käufer in den Markt kommen. Die Unsicherheit hinsichtlich der Konjunkturlage und die anstehenden Quartalszahlen könnte den Anlass für Gewinnmitnahmen liefern. Das Umfeld spricht aber nach wie vor gegen eine starke Korrektur.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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