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Politik und Marktstimmung

Donnerstag, 3. Mrz 2016 um 13:27

Von Thomas Grüner
Als Donald Trump im Juni 2015 seine Präsidentschaftskandidatur verkünden ließ, wurde dies von den Medien erfreut aufgenommen. Trump würde polarisieren, das öffentliche Interesse auf sich ziehen und den Wahlkampf „aufmischen“. Echte Chancen auf die US-Präsidentschaft? Gleich Null! Angesichts dieser Vorgeschichte dürften sich mittlerweile zahlreiche Medienvertreter, US-Bürger – und möglicherweise auch Trump selbst – verwundert die Augen reiben: Trump führt das Feld der republikanischen Kandidaten im März 2016 mit deutlichem Vorsprung an!

In sieben von elf Bundesstaaten gewann Trump am „Super Tuesday“. Einen eindeutigen „Herausforderer Nummer Eins“ gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Seine Widersacher Cruz, Rubio und Co. stellen bereits Überlegungen an, wie man die republikanischen Kräfte sinnvoll bündeln könnte – um Trump auf dem Weg zur Kandidatur für den 8. November mit vereinten Kräften zu stoppen.

Offene Fragen

Das immer noch unsichere Stimmungsbild verdeutlichen die aktuellen „Kopf-gegen-Kopf“-Umfragen, die für einzelne Kandidatenpaare zur Präsidentschaftswahl durchgeführt werden. Sanders würde gegen sämtliche Republikaner gewinnen. Clinton würde zwar gegen Trump gewinnen, gegen Cruz, Rubio und sogar Kasich allerdings verlieren. Clinton liegt jedoch gegen Sanders im demokratischen Rennen klar vorn! Trump würde gegen sämtliche Demokraten klar verlieren, Cruz und Rubio hätten weitaus bessere Chancen. Alles irrelevant, wenn es bei der aktuellen republikanischen Konstellation bleibt. Kurios: Die aussichtsreichsten Kandidaten für die Wahl im November sind somit diejenigen, die im innerparteilichen Rennen momentan schlechte Karten haben! Dieses Durcheinander sorgt aktuell für Unruhe, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten aber sukzessive auflösen.

Bis dahin werden sich die Wahlbeobachter mit vielen offenen Fragen beschäftigen müssen. Gelingt es den Demokraten, die dritte Legislaturperiode in Folge zu eröffnen? Letztmalig war es in der republikanischen Ära Reagan / Bush in den 1980er Jahren der Fall, dass eine Partei dreimal in Folge ins Weiße Haus einziehen konnte. Wird sich das Kandidatenfeld wie erwartet lichten oder werden neue Personen ins Rampenlicht rücken? Viele parteiverdrossene, liberal denkende Wähler würden eine Kandidatur von Michael Bloomberg nach wie vor begrüßen. Wie geht das weiter?

Suche nach Gewissheit

Anleger bevorzugen Gewissheit und fürchten die Unsicherheit. Variable Komponenten im Portfolio sind weitestgehend unerwünscht. Volatilität ist gefährlich, „sichere“ Auszahlungen sind dagegen Trumpf. Sicher ist: Der US-Wahlkampf überschattet die Aktienmärkte 2016. Zumindest solange sich der Wahlprozess noch in einem frühen Stadium befindet und von zahlreichen unkalkulierbaren Faktoren begleitet wird.

Diese Unsicherheit wird sich jedoch schrittweise abbauen. In absehbarer Zeit wird klar sein, welche beiden Kontrahenten sich bei der Wahl im November gegenüber stehen werden. Ist die Wahl vollzogen, wird sich schnell zeigen, wie viel „Wahlkämpfer“ übrig bleibt und wie viel „Diplomat“ der neue Präsident sein wird. Die Märkte werden dieses bunte Treiben in bewährter Art und Weise begleiten – vorausschauend. Wachsende Gewissheit hat am Aktienmarkt schon immer vor allem eins bedeutet: Höhere Preise.

Fazit: Gewinnt Donald Trump tatsächlich? Wie wirkt sich das auf die Börsen in 2016 aus? Wie immer gilt es, sich auf eine faktenorientierte Analyse zu konzentrieren. Wahljahre sind in der Regel stärker in der zweiten Jahreshälfte – entwickeln sich also positiv, wenn die Unsicherheit sukzessive aus den Märkten entweicht.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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