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Sparweltmeister bettelarm

Donnerstag, 28. April 2016 um 12:21

Von Bernd Niquet

Das ist wirklich ein befremdlicher Befund, der auch mich verwundert hat:

Deutschland ist Sparweltmeister, die Bürger sparen deutlich mehr als in allen anderen Ländern, und dennoch besitzen sehr viele von ihnen ein erheblich niedrigeres Vermögen als ihre Nachbarn.

So habe ich das noch nie betrachtet. Ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, wie ist es dazu gekommen?

Es gibt wohl zwei ineinanderlaufende Entwicklungen: Einerseits sind die Vermögen gesunken, andererseits hat sich die Ungleichverteilung noch ausgeweitet, welche gleichsam die „Klammer“ bildet, beide Phänomene miteinander zu verbinden.

Zum Vermögen zählen Geldvermögen, Finanzanlagen, Immobilien, Wertsachen, Versicherungen und Betriebsvermögen. Ihr Wert ist in den Portfolios vieler deutscher Bürger in den vergangenen 15 Jahren gesunken.

Und die Ungleichheit hat in Deutschland heute ein Maß angenommen, dass sie nicht nur gesellschaftlichen, sondern auch wirtschaftlichen und finanziellen Schaden anrichtet.

Die Ungleichheit führt zu einem Verteilungskampf, der produktive Kräfte bindet, so dass sich eben die Betriebsvermögen etc. nur unterdurchschnittlich entwickeln.

Und sie führt dazu, dass sich auch die Ungleichheit in den Bildungschancen der Kinder zementiert, die ohnehin in Deutschland so groß sind wie in keinem anderen EU-Land. Die Zahlen hierzu sind erschreckend: 70 Prozent der Akademikerkinder gehen zur Uni, in Nicht-Akademiker-Haushalten sind es nur 20 Prozent.

Wirtschaftlich folgt daraus, dass hierdurch nicht nur die Seite des „Habens“, sondern gleichsam auch die des „Seins“ betroffen ist: Viele Menschen sind nicht nur von der Vermögensbildung ausgeschlossen, sondern können auch ihre Fähigkeiten nicht entwickeln.

Und dadurch bleiben sie nicht nur in Hinsicht auf den Konsum unter ihren Möglichkeiten, sondern ganz generell hinsichtlich ihres produktiven Einsatzes für die Wirtschaft und die Gesellschaft.

Überspitzt formuliert, könnte man es vielleicht so sagen: Wenn nur die Reichen sich gut entwickeln, können sie zwar in einer globalisierten Wirtschaft mit völlig freien Finanzmärkten immer größere Vermögen anhäufen, doch das Land und die Gesellschaft, in der sie leben, nimmt Schaden daran.

Vielleicht sollten wir sie daher losschicken, Mond und Mars zu erkunden. Auf jeden Fall jedoch müssen wir den Staat dazu bringen, nicht immer Vermögen umverteilen zu wollen, sondern vielmehr die Chancen.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

******* DAS ENDE EINES LANGEN ZYKLUS *** NEUES BUCH *******

Bernd Niquet, „IN TIEFSTEN SCHICHTEN“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2015, 327 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-95744-926-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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