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Warum Trump wählen?

Donnerstag, 6. Oktober 2016 um 13:56

Von Bernd Niquet

Man könnte jetzt, wie es viele tun, entsetzt fragen, was eigentlich in den USA los ist, dass es so ein Clown wie Donald Trump bis zum Präsidentschaftskandidaten bringen kann. Man kann das allerdings auch sein lassen.

Mir ist das Verhalten der Amerikaner durchaus verständlich – und neulich bringt mich eine Reportage sogar dazu, das in einem größeren Zusammenhang zu sehen, der das Politische weit übersteigt.

Da wurden Leute aus der Unterschicht interviewt, die allesamt Trump wählen wollen. Doch warum? Einer sagt „Weil Trump ein Geschäftsmann ist und Dinge sieht wie du und ich.“

Das scheint mir der Schlüssel zu sein – und zwar gleich in doppelter Hinsicht: Die wirtschaftliche Logik ist eine universelle Sprache, die gerade diejenigen Menschen, die wirtschaftlich täglich ums Überleben kämpfen, extrem gut verstehen und selbst sprechen (müssen).

Wohingegen Berufspolitiker ebenso wie Notenbanker mit wirtschaftlicher Logik schon seit Jahrzehnten nichts mehr zu tun haben. Schließlich können sie stets aufs Neue die Büchse der Pandora öffnen und sich aus dem Füllhorn bedienen.

Wichtiger ist mir allerdings noch der Terminus „wie du und ich“. Jahrelang habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich in meinem Leben so viele Dinge so beharrlich nicht mag. Die Antwort, die ich darauf gefunden habe, lautet: „Weil sie mit meiner Welt nichts zu tun haben.

Andere hingegen mag ich sehr, weil ich da persönlich ankoppeln kann.

In der Politik scheint das nicht anders zu sein, was mir in dieser Deutlichkeit vorher nicht klar gewesen ist. Die Menschen verabschieden sich in immer größerer Anzahl von denjenigen, die die Dinge nicht mehr sehen „wie du und ich“. Und sie verzeihen dafür denen, die das tun, auch ein Weit-über-das-Ziel-Hinausschießen.

Trump vermittelt extrem vielen Menschen das Gefühl, so zu fühlen, wie sie es tun. Deswegen werden sie ihn wählen, genauso wie sie bestimmte Musik hören oder bestimmte Bücher kaufen. Weil sie daran ankoppeln können, die politischen Technokraten sie jedoch abstoßen.

Doch ist das alles wirklich mehr als ein verbaler Zirkus? Ich denke, dass Trump, sollte er gewählt werden, die USA sicherlich genauso radikal verändern wird, wie Obama das im Endeffekt getan hat – nämlich gar nicht.

Letztendlich fängt das System nämlich alle Ausreißer immer wieder erfolgreich ein. Es sei denn, sie hebeln das System selbst aus. Doch das ist in den USA völlig ausgeschlossen. Und heute selbst in Deutschland durch das Grundgesetz nicht mehr möglich.

Die Einheitssoße wird uns also erhalten bleiben. Bis zu dem Tag, an dem alles zusammenbricht, sollte er denn jemals kommen.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* DAS ENDE EINES LANGEN ZYKLUS *** NEUES BUCH *******

Bernd Niquet, „IN TIEFSTEN SCHICHTEN“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2015, 327 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-95744-926-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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