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Dummes Gerede

Donnerstag, 2. Februar 2017 um 13:48

Von Bernd Niquet

Manchmal sind die Börse und die Wirtschaft wirklich die letzte Rettung und schlichtweg eine Erlösung. Denn hier geht es um Zahlen, Fakten und nichts weniger als um unsere Lebensgrundlagen. Und nicht mehr um den ganzen modernen Wahnsinn, der unsere urbanen Eliten heute umtreibt.

Die Politik schafft es allerdings, selbst diesen Bereich mit ihren Parolen zu besetzen. So hat der neue SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sich gerade die Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben, denn das klingt gut und das findet jeder gut. Martin Schulz hat die Gerechtigkeit erfunden.

Es bleibt jedoch vollkommen unerfindlich, wie er im undurchdringlichen Gestrüpp unserer alles beherrschenden Bürokratie und Steuergesetzgebung Gerechtigkeit herstellen will. Eine Vermögensteuer traut er sich ja doch nicht und in der Mittelklasse kann man die Steuerschraube nicht mehr ansetzen. Es wird also bei den reinen Worten bleiben.

Das unterscheidet ihn von Donald Trump, der sich ja auch die Wiedererlangung von Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben hat, dafür jedoch beherzt überall hereinhaut. Doch auch hier wird sich erst zeigen müssen, ob diese Strategie nicht eher zur weiteren Verarmung derjenigen führen wird, denen Trump zu helfen vorgibt.

Ich selbst denke derweil an Penelope. Und ich habe durchaus Angst, dass an Penelope das europäische Schicksal Schaden nehmen könnte.

Eigentlich benötigten wir ja heute genau so eine treue und aufrichtige Person wie Penelope, die Ehefrau des Odysseus. Was wir hingegen haben, ist Penelope Fillon, die Ehefrau des französischen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, François Fillon, durch deren zwielichtige Beschäftigung als parlamentarische Mitarbeiterin der Favorit der anstehenden Wahlen in Frankreich ins Straucheln geraten ist und wohl ganz aufgeben muss.

Vorher war er der klare Favorit, jetzt hingegen hat der Front National eventuell freie Bahn.

Oh Penelope, denke ich. Dieser Name hat mich mein Leben lang begleitet, weil er so schön europäisch ist, jedoch in beinahe jedem Land anders ausgesprochen wird. Jeder hat sicherlich den Film „La Boum – Die Fete“ von 1980 gesehen. Da gibt es auch eine Penelope. Doch man kommt erst drauf, wenn man darüber liest. Denn die Franzosen sprechen den Namen „Pennylopp“ aus.

Und bei den Engländer klingt er wie „Pinoppli“. Was jeder weiß, der den Song „I Really Do Love Penelope“ der Band „Hey Paulette“ kennt, eine der besten Scheiben aller Zeiten. Doch das sind nach Auskunft von YouTube per heute nur 13.837 Personen.

Und damit vielleicht genau so viele, wie es aufrechte Europäer und ehrliche Politiker gibt.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

******* DAS ENDE EINES LANGEN ZYKLUS *** NEUES BUCH *******

Bernd Niquet, „IN TIEFSTEN SCHICHTEN“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2015, 327 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-95744-926-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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