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Aufpassen bei Fonds-Ratings

Mittwoch, 15. November 2017 um 16:22

Von Thomas Grüner
Im Zuge der „digitalen Transparenz“ spielen Bewertungen eine immer größere Rolle. Online-Shopping konzentriert sich auf die beliebtesten Produkte der Händler oder Plattformen mit dem besten Rating, man isst in Restaurants mit den besten Kritiken und übernachtet in Hotels mit der höchsten Gästezufriedenheit. Es gilt: Höhere Bewertungen gleich bessere Qualität!

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Anleger auch Ausschau nach den Investmentfonds mit den besten Bewertungen halten gemessen in Sternen, Awards, Kaufempfehlungen oder sonstigen Auszeichnungen. Dabei ist diese Betrachtungsweise oft irreführend. Schaut man genauer hin, stellen Fondsratings keine hilfreiche Entscheidungshilfe für Investoren dar, weil sie meistens nur eine oberflächliche und wenig detaillierte Analyse der vergangenen Rendite abbilden mit keinerlei Aussagekraft für die Zukunft!

From Hero to Zero

Eine aktuelle Untersuchung des "Wall Street Journals" liefert die zugehörigen Fakten. Sie zeigt, dass die Fondsratings der Agentur Morningstar keine Aussagekraft für zukünftige Ratings oder Renditen der genannten Fonds besitzen. Aus den Reihen der Fonds, die ein Rating von 5 Sternen in der Gesamtwertung erreichen konnten, entwickelten sich nur 12 Prozent in den nächsten fünf Jahren gut genug, um eine erneute Spitzenbewertung zu erreichen. 10 Prozent entwickelten sich so schlecht, dass sie mit der niedrigsten Bewertung von einem Stern abgestraft wurden. Die Analyse kommt also zu dem Ergebnis, dass sich die Fonds der besten Bewertungskategorie im Durchschnitt gerade mal zu mittelmäßigen Performern in der nahen Zukunft entwickeln.

Morningstar argumentiert selbst, dass diese Ratings natürlich keine perfekten Vorhersagen ermöglichen, nur einen Ansatzpunkt für fortgeführtes Research liefern. Dennoch ist für Anleger an dieser Stelle Vorsicht angebracht. Ratings spiegeln lediglich eine Meinung wider, die sehr stark von den Renditen der Vergangenheit beeinflusst wird. Sie stellen keinesfalls eine objektive Reflektion zukünftiger Renditen dar. Wer schon im Ansatz die Fonds, in die er investieren möchte, ausschließlich nach dem Rating filtert, begeht gleich zu Beginn den eigentlichen Kardinalsfehler.

Genauer analysieren und hinschauen

Hochbewertete Fonds kommen auch bei Finanzberatern definitiv gut an, die sie zur Vereinfachung ihres Geschäfts benutzen. Warum eine detaillierte Diskussion über enthaltene Einzelwerte, fundamentale Treiber und unsichere Zukunftsprognosen führen, wenn man einfach auf das gute Rating verweisen kann? Das Rating ist für viele Anleger ein primäres Auswahlkriterium wie auch die Zu- und Abflüsse in Investmentfonds zeigen. Hoch bewertete Fonds finden Zuspruch, aus niedrig bewerteten Fonds wird Geld abgezogen.

Hier ist jedoch eine genauere Analyse gefragt. Welche Fondsmanager waren in welchem Zeitraum tätig? Hier ist eine hohe Fluktuation zu beobachten, so dass der Anlageerfolg oftmals gar nicht dem aktuellen Manager zuzuschreiben ist. Worauf ist die Outperformance überhaupt zurückzuführen? Auf das vorgegebene geografische oder stilabhängige Mandat? Wichtige Faktoren, die man dem Rating auf den ersten Blick leider nicht entnehmen kann.

Fazit: „Besseres Rating, höhere Rendite in der Zukunft“ diese Annahme ist falsch und sollte keinesfalls als pauschalisiertes Auswahlkriterium hergenommen werden. Ratings besitzen keine Aussagekraft für zukünftige Renditen! Als Anleger sollte man sorgfältiger analysieren und sich am Ende die wirklich entscheidende Frage stellen: Passt der Fonds zu meinen individuellen Anlagezielen?

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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