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Amazon düpiert Volkswagen

Donnerstag, 1. Februar 2018 um 13:48

Von Bernd Niquet

Wahrscheinlich waren manche meiner Leser noch gar nicht geboren, als ich der Hochphase des Neuen Marktes in Deutschland meinen Volksamazonen-Index erfunden habe.

Damals hatte ich gewettet, dass die sogenannte Old-Economy, also die traditionellen Geschäftsbereiche, in Zukunft besser performen werden als die massiv überbewertete New Economy. Und das wollte ich am Vergleich der Aktien von Volkswagen und Amazon verfolgen.

Tiefer ins Klo als mit diesen beiden Unternehmen hätte ich damals allerdings überhaupt nicht greifen können. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Denn einerseits habe ich damit jeweils einen der schlechteren und einen der besten Performer aus seinem Bereich getroffen. Und zweitens habe ich wohl zielsicher die beiden größten Arschlochunternehmen auf der Welt herausgesucht.

Auf der einen Seite das moderne Königreich des großspurigen Konquistadoren Jeff Bezos, der seine Steuern nicht zahlt und von dessen Löhnen seine Arbeitnehmer nicht leben können. Der also das 21. Jahrhundert nahtlos mit Karl Marx verbunden hat. Und auf der anderen eine Clique von Affenmenschen, zu denen mir heute wirklich nichts mehr einfällt.

Die Aktien haben sich dementsprechend entwickelt: Die Amazon-Aktie ist seit Oktober 1999 um 1.400 Prozent gestiegen, Volkswagen hingegen nur um 230 Prozent. Eigentlich wundert mich der Anstieg von Volkswagen heute sogar mehr.

Schlechter als ich prognostiziert habe, konnte man also gar nicht prognostizieren. Ich habe allerdings auch den Anfängerfehler gemacht, jeweils nur auf ein Pferd zu setzen. Hätte ich beispielsweise den Nasdaq Composite Index mit dem Dax verglichen, hätte sich ein ganz anderes Bild ergeben, nämlich ungefähr pari.

Dabei hätte sich dann aber auch ergeben, was mich jetzt, wo ich das herausfinde, enorm erstaunt und was ich kaum glauben kann, nämlich dass Volkswagen im Zeitraum seit Oktober 1999 sowohl den Dax als auch den Nasdaq Composite um beinahe 100 Prozent Kurszuwachs übertroffen hat.

Man kann also anscheinend selbst mit den größten Anfängerfehlern die Masse der Anleger outperformen.

Ich bleibe sprachlos zurück.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

******* DAS ENDE EINES LANGEN ZYKLUS *** NEUES BUCH *******

Bernd Niquet, „IN TIEFSTEN SCHICHTEN“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2015, 327 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-95744-926-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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