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Werden Korrekturen tatsächlich immer heftiger?

Mittwoch, 21. Februar 2018 um 19:27

Von Thomas Grüner
Hilfe, Korrektur! Wenn die Volatilität zuschlägt, prasseln negative Schlagzeilen von allen Seiten auf die Anleger ein. Möglichst große Zahlen, mit einem dicken Minus versehen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Es gilt, diese vermeintlich großen Zahlen in den korrekten Kontext zu setzen.

Gefährliche Spekulationsprodukte auf Volatilität, Marktmanipulationen oder doch „nur“ Inflationsängste? Die Ursachenforschung für die jüngste Korrektur läuft medial auf vollen Touren. Für die passende Schlagzeile sorgte sowieso der „schlimmste Absturz innerhalb eines Tages“ im Dow Jones. Rechnet man die Veränderung in Punkten und nicht in Prozent – einer der Kardinalsfehler – so ist die große Krise natürlich schnell herbeizitiert. Am 5. Februar verlor der Dow Jones im Tagesverlauf bis zu 1.597 Punkte, um den Börsentag dann mit -4,6 Prozent zu beenden. Im Oktober 1987 verlor der Dow Jones nur 508 Punkte, was zum damaligen Indexstand aber einen tatsächlich historischen Rekordverlust von -22,6 Prozent bedeutete.

In der jüngsten Korrektur verlor der Dax in zwölf Handelstagen mehr als 1.500 Punkte! Erschreckende Schlagzeilen, auf diesem Niveau jedoch im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite. Wann immer man mit vermeintlich großen Zahlen konfrontiert wird – Punkte in einem Aktienindex, Höhe der Verschuldung, Schadensbilanz nach einer Naturkatastrophe – ist es empfehlenswert, diese Zahlen ins prozentuale Verhältnis zu setzen. Je größer die Zahl, desto leichter geht ansonsten das „Gefühl“ für die rationale Perspektive verloren.

Nachrechnen lohnt sich immer

Durch den rapiden Anstieg der Volatilität gerieten einige Produkte, die sich entgegengesetzt zum Volatilitätsindex VIX bewegen, in akute Schieflage. Innerhalb einer Woche wurde in den beiden größten Produkten dieser Art 3,7 Milliarden US-Dollar „verbrannt“. Neben dem generellen Verdacht einer Marktmanipulation lag es nahe, diese Schieflage als einen der Auslöser für die heftige Korrektur zu identifizieren. Allerdings beträgt die Marktkapitalisierung eines S&P 500-Unternehmens im Median rund 22,5 Milliarden US-Dollar, der gesamte Index hatte am 31. Januar ein Gewicht von 25,3 Billionen US-Dollar. Die „gefährlichen“ VIX-Produkte stellten somit nur einen Anteil von 0,015 Prozent des US-Markts und es erscheint wenig rational, die Korrekturbewegung isoliert daran festmachen zu wollen.

Mittlerweile haben sich die Märkte nach dem ersten Schockmoment im Februar wieder etwas stabilisiert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Börsenjahr 2018 weitere Volatilität mit sich bringen wird. In Korrekturen sind vor allem die psychologischen Effekte nicht zu unterschätzen. Kurse können urplötzlich einbrechen, viele Anleger suchen verzweifelt nach einer unmittelbaren Begründung, Medien befeuern den Crash-Hype – scharfe Korrekturen definieren sich am Ende auch dadurch, dass eben viele Anleger den Markt in dieser Phase verlassen. Diesen rein psychologisch getriebenen und nicht fundamental begründeten Effekten weicht man am besten dadurch aus, dass man die Weltwirtschaft als großes Ganzes interpretiert und Ereignisse und Marktbewegungen immer in vernünftige Verhältnisse setzt.

Fazit: Irgendwann wird es auch der Dax an einem Tag schaffen, 1.000 Punkte zu verlieren. Medien werden dieses Ereignis mit furchterregenden Schlagzeilen „feiern“. Vernünftige Anleger sollten dieses Mediengetöse schlicht ignorieren und in Ruhe nachrechnen.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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