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Januar ohne Vorhersagekraft

Freitag, 12. Januar 2024 um 06:08

Von Thomas Grüner
Zu Beginn eines Börsenjahres kommt immer wieder der „Januar-Effekt“ zur Sprache – welcher besagt, dass die erzielte Rendite in den ersten Tagen des neuen Börsenjahres eine verlässliche Indikation für das Gesamtjahr darstellen. Wie bei allen saisonalen Vorhersagen raten wir, sich nicht darauf einzulassen: Der Januar besitzt keine Vorhersagekraft für die nachfolgenden elf Monate des Jahres, egal welcher Zeitraum oder welche Anzahl an Handelstagen betrachtet werden.

Tatsachen beachten

In der langfristigen Historie des US-Aktienindex S&P 500 stehen 99 Jahre zur Auswertung zur Verfügung. Als häufigstes Ergebnis ist zu beobachten, dass sowohl der Monat Januar als auch das Gesamtjahr von steigenden Kursen geprägt sind, in 52 von 99 Fällen. So weit, so gut – am zweithäufigsten war jedoch ein negativer Januar, der in ein positives Jahr mündete, was 21 Mal der Fall war. Dies ist häufiger der Fall als die Kombination aus negativem Januar und negativem Jahr, die 17 Mal auftrat. Wenn ein negativer Januar das Jahr häufiger nicht vorhersagen konnte, dann können wir hier keine wahrsagerischen Fähigkeiten erkennen. Daraus können wir lediglich ableiten, dass Aktien sowohl in Monaten als auch in Kalenderjahren deutlich häufiger steigen als fallen. Und das halten wir für eine ziemlich gut belegte Tatsache.

Erhöhte Aufmerksamkeit

Wir vermuten, dass der „Januar-Effekt“ aktuell aus zwei Gründen eine erhöhte Aufmerksamkeit erhält. Erstens hat es in den vergangenen beiden Kalenderjahren „funktioniert“. Im Jahr 2022 markierten der S&P 500 und der MSCI World Index ihren jeweiligen Höchststand gleich zu Beginn des Jahres, anschließend mündete der negative Januar in einen Bärenmarkt. Im Jahr 2023 verliefen sowohl der Januar als auch das Gesamtjahr deutlich positiv. Und durch den Rezenzeffekt wird den Daten der jüngsten Vergangenheit eben tendenziell eine hohe Bedeutung zugeschrieben. Zweitens trat die Diskussion um den Januar-Effekt verstärkt auf, nachdem sich ein paar Tage mit negativer Volatilität abgespielt hatten. Dies verdeutlicht, dass viele Anleger das Jahr 2024 mit einer negativen Grundstimmung begonnen haben, die zu einer Extrapolation kurzfristig negativer Entwicklungen verleitet.

Volatilität ist normal

Aktienmärkte sind volatil und folgen keinen vorgefertigten Mustern. Normale Volatilität geht oft mit Gegentrends einher, bei denen die führenden Kategorien härter getroffen werden, wie beispielsweise in der Korrektur im vergangenen Jahr. Große Wachstumstitel waren während der Rallye bis Juli führend, gerieten aber in der Korrekturbewegung ins Hintertreffen. Anschließend übernahmen sie erneut die Führungsrolle, als der Kurs in Richtung neuer Rekordstände aufgenommen wurde. Wachstumstitel werden nicht immer auf der Gewinnerseite stehen, und eine Verschiebung hin zu Value-Titeln im Laufe dieses Jahres würde uns nicht schockieren. Diese Überlegungen können bei der Festlegung des Investmentstils im Jahr 2024 wichtig sein – und sie sind offensichtlich völlig unabhängig von der Rendite, die im Monat Januar erreicht wird.

Fazit: Für das Jahr 2024 ist nicht entscheidend, wie sich der Monat Januar entwickeln wird. Vor uns liegt ein spannendes Jahr und wir gehen davon aus, dass der laufende Bullenmarkt auf globaler Ebene fortgesetzt wird. Aus dem übergeordneten Blickwinkel dürfte es also eine kluge Entscheidung sein, Ruhe zu bewahren. Die Herausforderung für investierte Anleger wird darin bestehen, Phasen mit negativer Volatilität emotional zu meistern.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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