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Weitere Störfeuer durch die Inflation?

Freitag, 16. Februar 2024 um 00:29

Von Thomas Grüner
„Die Aktienmärkte fallen wegen der unerwartet hohen Inflation und der schwindenden Hoffnung auf Zinssenkungen der Fed“ – so lautet der Tenor der jüngsten Schlagzeilen. Der US-Inflationsbericht wurde weithin als „enttäuschend“ bezeichnet, da sich der Preisauftrieb in den USA zwar auf 3,1 Prozent auf Jahressicht abschwächte, jedoch etwas höher ausfiel als die erwarteten 2,9 Prozent. In der Folge erlebte der S&P 500 am Dienstag einen negativen Tag, nachdem er kurz zuvor die Rekordmarke von 5.000 Punkten geknackt hatte.

Einfluss nicht überbewerten

Inmitten dieser unruhigen Schlagzeilen ist es wie immer ratsam, einen kühlen Kopf zu bewahren. An jedem beliebigen Tag werden Aktienmärkte Millionen von Handelsentscheidungen abbilden, die aus unterschiedlichsten Gründen getroffen wurden. Dieses Rauschen wird allerdings über einen längeren Zeitraum hinweg ausgeblendet und die altbekannte Weisheit von Ben Graham tritt zutage: „Kurzfristig verhalten sich Aktienmärkte wie eine Wahlmaschine, langfristig jedoch wie eine Waage.“

Es herrscht jetzt Einigkeit darüber, dass die Anleger ihre Zinssenkungserwartungen von Mai auf Juni verschoben haben, weil sich der US-Verbraucherpreisindex weniger verlangsamt hat als erwartet – und weil die angeblich stabileren Dienstleistungspreise einen Großteil der Verantwortung dafür getragen haben. Was auch immer Sie vom Zeitpunkt der Zinssenkung halten, die Annahme, dass die Märkte fallende Zinsen benötigen, um weiter zu steigen, ist mehr als zweifelhaft. Der Bullenmarkt begann im Oktober 2022, als die Fed die Zinssätze in rasantem Tempo anhob und niemand in der Lage zu sein schien, auch nur von Zinssenkungen zu träumen, geschweige denn zu prognostizieren, wann sie kommen würden. Seitdem haben sich die Aktien im Zuge des unerwartet guten US-Wirtschaftswachstums und der Erholung der Unternehmensgewinne nach oben bewegt – fundamental begründet.

Gedanken über Zinsentwicklungen

Aber selbst wenn Zinssenkungen der ausschlaggebende Faktor wären – was in aller Welt macht es für die Unternehmensgewinne im weiteren Verlauf dieses Jahres und im Jahr 2025 aus, ob die Fed ihre erste Zinssenkung im Mai, Juni, Juli, September oder noch später vornimmt? Selbst bei höheren Zinssätzen steigen die Unternehmensinvestitionen und die Kapitalmärkte stellen den wachsenden Unternehmen Kapital zur Verfügung. Wenn die hohen Zinssätze diese wichtige Wirtschaftstätigkeit nicht beeinträchtigen, wie kann man dann argumentieren, dass die Aktien im Mai unbedingt eine Zinssenkung brauchen, um höhere Bewertungen zu rechtfertigen? Jede geplante Investition, die von etwas niedrigeren Zinsen abhängt, ist marginal und die Unternehmen werden sie wahrscheinlich trotzdem nicht tätigen. Die Planungen der Unternehmen und die Verbrauchernachfrage werden von weitaus stärkeren Kräften beeinflusst als von der Frage, ob die Fed im Frühjahr, Sommer oder Herbst 2024 mit einer Senkung der Kreditkosten beginnt. Vor allem, wenn wir bereits zahlreiche Beweise dafür haben – dank der extrem niedrigen Kosten für Bankeinlagen – , dass die Zinserhöhungen der Fed die realen Kosten des Geldes in den USA ohnehin nicht sehr stark beeinflusst haben.

Fazit: Lassen Sie sich nicht von negativer Volatilität oder aufgeregten Schlagzeilen aus dem Konzept bringen. Es wird den Aktienmärkten nicht immer gelingen, den emotionalen Lärm auszublenden, vor allem nicht kurzfristig und mit Sicherheit nicht mit dem Fokus auf einzelnen Tagen. Für Anleger ist es aktuell empfehlenswert, die emotionalen Zinsdiskussionen so gut es geht auszublenden. Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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