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Zurück zum Wachstumspfad

Freitag, 8. Mrz 2024 um 11:05

Von Thomas Grüner
Die beiden US-Einkaufsmanagerindizes (EMIs) für das verarbeitende Gewerbe wurden am vergangenen Freitag veröffentlicht. Sie zeigten in unterschiedliche Richtungen, sagten aber im Grunde dasselbe aus: Der Gegenwind dürfte sich bald in Rückenwind verwandeln. Das verarbeitende Gewerbe macht zwar nur einen kleinen Teil des US-BIP aus, aber der Umschwung vom zunehmend Negativen zum leicht Positiven ist letztendlich gut für die wirtschaftlichen Antriebskräfte der Aktienmärkte.

In den meisten Ländern gibt es nur eine Art von EMI, in den USA deren zwei – berechnet von S&P Global und dem ISM. Beide Institute führen Erhebungen durch und messen den Prozentsatz der Unternehmen, die eine steigende Aktivität vermelden. Demzufolge stellt der Indexwert von 50 eine Trennlinie zwischen erwartetem Wachstum oder Rückgang dar. Beide EMIs werden als robust und glaubwürdig erachtet, die Berechnungsmethoden weisen jedoch Unterschiede auf, beispielsweise bei der Zahl der befragten Unternehmen oder der Gewichtung der Branchen. Folglich kann es unter Umständen zu abweichenden Ergebnissen kommen, wie es im Februar der Fall war.

Rezession, die nie eingetreten ist

Der ISM-Wert ging im Februar auf 47,8 zurück und notierte zum 16. Mal in Folge unter 50. Die zukunftsorientierte Komponente der Auftragseingänge fiel dabei von 52,5 auf 49,2 zurück. Der von S&P Global ermittelte EMI für das verarbeitende Gewerbe verzeichnete jedoch den schnellsten Anstieg seit Juli 2022 und stieg von 50,7 im Januar auf 52,2, die zweite Expansion in Folge. Die Auftragseingänge wuchsen insgesamt so stark wie seit 21 Monaten nicht mehr.

Auf den ersten Blick zeigen die Messungen also definitiv unterschiedliche Richtungen an. Einigkeit herrscht in den Berichten jedoch darüber, dass die Unternehmen ihre Lagerbestände so gut wie abgebaut haben und jetzt wieder in den Auffüllungsmodus gewechselt sind. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Unternehmen in Erwartung der weithin prognostizierten Rezession vor allem darauf konzentriert, sich zu verschlanken, was auch einen Abbau der Lagerbestände bedeutete.

Lagerbestände im Fokus

Nun sind Lagerbestände immer interpretationsfähig. Manchmal handelt es sich bei einem Abbau um eine absichtliche Kürzung, und manchmal bedeutet er, dass das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann. Vor dem Hintergrund sinkender Unternehmensinvestitionen in Equipment in vier der vergangenen fünf Quartale, ganz zu schweigen von den Entlassungen in der Technologiebranche, sah der Bestandsabbau für uns so aus, als würden die Unternehmen ihr Fett abspecken, um schwierige Zeiten zu überstehen.

Aber die Rezession ist nie eingetreten, und die EMI-Reaktionen machen deutlich, dass die Unternehmen die Grenze dessen erreicht haben, was sie abbauen können. Dies deutet auf eine wahrscheinliche Belebung der Investitionen und der Wiederauffüllung der Lagerbestände hin, was der Wirtschaft zusätzlichen Rückenwind verleihen würde.

Fazit: Der Dienstleistungssektor hat einen viel größeren Anteil am US-BIP, weshalb der mögliche Rückenwind im verarbeitenden Gewerbe relativiert werden muss. Aber die Rückkehr des verarbeitenden Gewerbes auf den Wachstumspfad ist natürlich eine gute Nachricht. Es würde die Expansion verbreitern, ihr Fundament stärken und die Investitionen erhöhen. Es könnte auch ein weiteres Zeichen für einen möglichen Wechsel von der Wachstums- zur Value-Führungsrolle im Laufe dieses Jahres sein, auch wenn in dieser Hinsicht unserer Meinung nach weiterhin „abwarten“ angesagt ist.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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