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Horrorvorstellung Künstliche Intelligenz

Donnerstag, 30. Mrz 2023 um 08:51

Von Bernd Niquet

Neulich habe ich irgendwo in einem Fernsehmagazin beiläufig mitbekommen, die Künstliche Intelligenz würde unser Leben in den nächsten fünf Jahren stärker verändern als alle technischen Veränderungen vorher.

Und da gibt es ja eine ganze Menge, was hier zuletzt passiert ist, mit dem Internet, den Handys und allem was dazugehört, lauter Dinge, die alle im Vorhinein absolut unvorstellbar waren.

In fünf Jahren soll also alles komplett anders sein. Leider kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das tatsächlich stimmt.

An zwei Dinge denke ich dabei vor allem, an das Lied „Five Years“ von David Bowie („We've got five years, my brain hurts a lot, five years, that's all we've got“) sowie an meine eigene Doktorarbeit (https://www.peterlang.com/document/1080125).

Erstaunlicherweise habe ich die nämlich genau über dieses Thema geschrieben, ob es möglich sein könnte, dass der Mensch in einem mathematischen Modell etwas vorgibt, aus dem dann anschließend ohne das weitere Eingreifen des Menschen etwas Neues entstehen könnte. Denn genau das wäre ja Intelligenz.

Im Grunde genommen sind die folgenden Überlegungen ziemlich simpel, obwohl der Gegenstand enorm kompliziert ist. Doch so ist das ja oft.

Intelligenz ist für mich das, was zu neuen Kombinationen führt, was Dinge des Geistes anders zusammenfügt, als das vorher passiert ist. Das dabei entstehende Neue muss allerdings zwei Bedingungen erfüllen:

(1) Das Neue darf nicht bereits vorher von den Wissenschaftler schon gedacht worden sein.

(2) Das Neue muss den Bedingungen und der Verantwortlichkeit der menschlichen Vernunft unterworfen bleiben.

Kann es nun unter diesen beiden Bedingungen so etwas wie eine künstliche Form der Intelligenz geben? Ich nehme die Lösung hier bereits vorweg: Es geht NICHT!

Mein Gegenstand, an dem ich Ende der 1980er Jahre meine Überlegungen durchexerziert habe, waren ökonomische Modelle und die konkrete Thematik, warum diese bei Prognosen stets scheitern müssen.

Der Grund dieses Scheitern liegt daran, dass die Wirtschaftssubjekte, die in formalen Modellen modelliert werden, keine Subjekte sind, die selbständig denken können, sondern Objekte, die gemäß vorgegeben Regeln handeln müssen.

Letztlich verbirgt sich dahinter eine ganz natürliche Grenze unseres Erkenntnisapparates, nämlich dass einem erkennenden Subjekt alles, was es erkennen möchte, dafür stets zum Objekt werden muss.

Oder anderes ausgedrückt: Ich kann nicht wissen, was andere wissen. Und schon gar nicht, was sie in Zukunft wissen, denken und entscheiden werden. Damit ist dann erst einmal Ende der Fahnenstange.

Rein formal kann ich natürlich einen Lernmechanismus unterstellen, doch den muss ich dann ebenfalls vorgeben. Oder ich baue eine stochastische Komponente ein.

Diese stochastische Komponente wird dann zwar im obigen Punkt (1) erfolgreich sein, denn so – und nur so – kann tatsächlich Neues entstehen, was vorher vom Forscher nicht vorgedacht worden ist.

Damit gelange ich jedoch unweigerlich in Teufels Küche, dass nämlich nicht mehr sichergestellt ist, dass die Bedingung (2) erfüllt ist.

So einfach ist die Geschichte. So einfach, aber auch so katastrophal.

Aus diesem Grund habe ich denn auch vor der Künstlichen Intelligenz mehr Angst als vor einem neuen Weltkrieg und allen anderen schrecklichen Dingen, die es heute auf der Welt gibt.

Nehmen wir nur Wladimir Putin. Er mag ein Schurke, ein Kriegsverbrecher und sonst noch alles sein. Doch er ist ein Mensch und es existiert in ihm die gleiche Grenze, die sich in jedem Menschen befindet. Er kann sie zwar überschreiten, aber dann tut er das bewusst. Aus Versehen kann das nicht passieren.

Doch wenn eine sogenannte Künstliche Intelligenz auf eine Lösung kommt, die allem widerspricht, was wir vorher gedacht und überlegt haben, und diese „Intelligenz“ zudem auch noch die Kompetenz besitzt, die eigene Lösung auszuführen, dann: GUTE NACHT!

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. ACHTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2022, 632 Seiten, 23,50 Euro

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Kann man eigentlich durch einen Wohnungsumzug jünger werden? Vielleicht. Und gibt es so etwas wie einen Sinn des eigenen Lebens? Oder Dinge, die die Seele noch vor dem Tod zu erledigen hat? Schon schwieriger. Dabei hatte Goethe doch bereits den Chor der Engel singen lassen, dass derjenige, der sich immer strebend bemüht, erlöst werden kann. Die wichtigste Frage im Leben lautet dann aber wohl doch, was denn nun erfolgreicher weiterhilft, die eigene Intuition oder wissenschaftliche Erkenntnisse?

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am letzten grünen Zipfel der Failed Stadt Berlin. Die vorangegangenen sieben Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019, 2020 und 2021.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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