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Verliert der US-Dollar seinen Status?

Freitag, 7. April 2023 um 08:17

Von Thomas Grüner
In Zeiten von herausfordernden geopolitischen Entwicklungen sind immer häufiger Stimmen zu hören, dass der Status des US-Dollars als Weltreservewährung gefährdet sei. Als Basis dient hierbei der Welthandel, der laut Behauptungen beispielsweise vermehrt im chinesischen Yuan oder der indischen Rupie abgewickelt werden soll. Neues Futter bekommt diese Theorie durch eine auftretende Abkopplung des Goldpreises von den Inflationserwartungen. So stiegen die Inflationserwartungen, ablesbar anhand von inflationsgeschützten, langjährigen Anleihen im vergangenen Jahr um fast 3 Prozentpunkte an, während der Goldpreis stagnierte. Doch kann man hieraus nun die nächste Krise aufgrund von einem Verlust des Status als Weltreservewährung ableiten?

Vertrauensverlust in Krisenzeiten?

Als Basis dieser Theorie dient die Überlegung, dass Gold einen intrinsischen Wert besitzt und inflationsgeschützte Anleihen „nur“ in US-Dollar bezahlt werden. Wenn also die Renditen für Anleihen steigen und somit die Kurse in schwierigen Zeiten sinken, folgern die Beobachter, dass das Vertrauen in den Dollar als Krisenwährung verloren gegangen sei. Gleichzeitig kauften viele Schwellenländer wie Brasilien, Russland, Indien, China oder Südafrika rekordhohe Goldbestände, was eine eigene Reservewährung bilden soll. Doch überprüft man diesen Zusammenhang etwas genauer, stellt man fest, dass der Zusammenhang zwischen inflationsgeschützten Anleihen und dem Goldpreis in der Vergangenheit noch nie perfekt war. So stieg beispielsweise der Goldpreis von Februar 2005 bis Mai 2006 von 411 Dollar je Unze auf 725 Dollar je Unze, während inflationsgeschützte Renditen von 1,5 auf 2,5 Prozent anzogen. Die Abkopplung war somit deutlich höher als heute – und der Status des US-Dollars nie gefährdet.

Status bleibt bestehen

Doch auch ohne dieses extreme Beispiel kann man keinen perfekten Zusammenhang feststellen. Schwellenländer waren in der Vergangenheit in manchen Zeiten große Käufer von Gold und in anderen Zeiten starke Verkäufer – ohne Aussagekraft für den Goldpreis oder den US-Dollar. Auch wenn dieses Thema vielfach verbreitet wird, zeigen die Daten ein anderes Bild. Weiterhin wird der US-Dollar stark für den Handel genutzt. Die Bank for International Settlements schätzt, dass mehr als 50 Prozent des Welthandels in US-Dollar stattfinden, während nur etwa 10 Prozent des globalen Handels auf die USA entfallen.

Laut Internationalem Währungsfonds hat der US-Dollar bei den weltweiten, offiziellen Devisenreserven die Nase vorn. Mit 55,5 Prozent im dritten Quartal 2022 findet man keine vergleichbare Währung. Zwar ging dieser Wert in den vergangenen zwei Quartalen tendenziell zurück – durch die gestiegene Geldmenge auf globaler Ebene wurden jedoch noch nie so viele Dollar gehalten wie in diesen Tagen. Und auch in der Finanzwelt ist der Dollar die dominierende Währung. Laut BIS findet derzeit 88 Prozent aller globalen Finanztransaktionen in US-Dollar statt.

Fazit: Die Betrachtungen des US-Dollars als Weltreservewährung sind rückwärtsgerichtet und selbstverständlich kann sich das irgendwann ändern. Die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Veränderung halten wir jedoch für sehr gering. So brach auch das britische Pfund nicht ein, als vor einem Jahrhundert die Dominanz des US-Dollars begann. Und die großen Vorteile einer günstigeren Finanzierung des Staatshaushalts sind nicht vorhanden. Verlieren die USA den Status, dürfte somit auch kein Zusammenbruch der Vereinigten Staaten bevorstehen.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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